6. Mundgesundheitsstudie: Warum Karies und Parodontitis ihren Schrecken verlieren
So wenige Kinder und Erwachsene wie nie zuvor leiden in Deutschland unter Karies oder schwerer Parodontitis. Die aktuellen Ergebnisse der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 6) belegen eindrucksvoll, dass jahrzehntelange Aufklärung und Vorsorge Früchte tragen. Das Fazit der Experten fällt eindeutig aus: Wer von klein auf an zahnärztlichen Vorsorgeprogrammen teilnimmt, behält seine eigenen Zähne oft bis ins hohe Alter.
Ein historischer Erfolg der Prävention
Laut Martin Hendges, dem Vorstandsvorsitzenden der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), verteidigt Deutschland erfolgreich seinen Titel als weltweiter Vorreiter in der zahnmedizinischen Prävention. Die neu veröffentlichte Studie, die erstmals auch Längsschnittdaten über einen Zeitraum von neun Jahren auswertete, zeigt eine enorm erfreuliche Entwicklung auf.
Besonders die junge Generation profitiert massiv von den etablierten Prophylaxe-Angeboten. Bei den heute 20-Jährigen, die bereits 2014 als kariesfreie Kinder an der Vorgängerstudie teilgenommen hatten, erkrankte in den vergangenen neun Jahren im Durchschnitt maximal ein einziger Zahn an Karies. Ein sensationeller Wert, der beweist, wie effektiv die Individual- und Gruppenprophylaxe greift.
Jüngere Erwachsene behalten ihre Zähne
Doch nicht nur Kinder und Jugendliche, auch die mittlere Generation verzeichnet historische Bestwerte. Wie Prof. Dr. A. Rainer Jordan, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ), hervorhebt, zeigt sich bei den 35- bis 44-Jährigen nun der volle Effekt der präventionsorientierten Versorgung, die in den 1990er-Jahren eingeführt wurde.
- Früher: In den 1990er-Jahren hatten Menschen in dieser Altersgruppe durchschnittlich bereits mehr als fünf Zähne verloren.
- Heute: Der aktuellen Generation der 35- bis 44-Jährigen fehlt im Schnitt gerade einmal ein einziger Zahn.
Parodontitis bleibt eine heimtückische Gefahr
Trotz der herausragenden Karies-Erfolge warnen die Experten vor einer anderen Volkskrankheit: der Parodontitis. Die chronische Entzündung des Zahnbettes verläuft oft über Jahre schleichend und schmerzfrei. Die Studiendaten der DMS 6 belegen jedoch, dass die Erkrankung keineswegs linear voranschreitet. Häufig kommt es im Alter zwischen 40 und 50 Jahren zu einem kritischen Wendepunkt, an dem die Krankheit plötzlich in schwere Formen übergeht.
Ohne rechtzeitige Diagnose und therapeutische Maßnahmen droht im höheren Alter unweigerlich der Zahnverlust. Experten fordern daher, die lebenslange Prävention künftig noch stärker zu personalisieren und an das individuelle Risiko der Patienten anzupassen, anstatt rein standardisierte Programme anzubieten.
Zusammenarbeit zwischen Zahn- und Hausärzten wird wichtiger
Die Mundgesundheit ist zudem eng mit dem restlichen Körper verknüpft. Die Studienergebnisse zeigen deutlich, dass Menschen mit chronischen Leiden wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen überdurchschnittlich oft Zähne verlieren. Hier fordern Mediziner eine deutlich engere, interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Allgemeinmedizinern.
Eine gute Vorsorge in jungen Jahren spart am Ende nicht nur erhebliche Behandlungskosten im Alter, sondern ist ein entscheidender Faktor für die allgemeine Lebensqualität. Mit regelmäßigen Kontrollbesuchen und einer gründlichen häuslichen Mundhygiene stehen die Chancen heute besser denn je, das eigene Gebiss ein ganzes Leben lang gesund zu erhalten.
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