Digitales Organspenderegister knackt die halbe Million: So entscheiden die Deutschen

Benedikt Hübenthal
Digitales Organspenderegister: Über 500.000 Einträge nach 2 Jahren

Zwei Jahre nach seiner Einführung erweist sich das digitale Organspenderegister in Deutschland als wichtiger Schritt für die medizinische Vorsorge. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger nutzen die Möglichkeit, ihre Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende rechtssicher und digital zu hinterlegen. Nun wurde ein bedeutender Meilenstein erreicht.

Über 500.000 Menschen haben bereits entschieden

Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), welches das zentrale Online-Register betreibt, sind dort mittlerweile rund 515.000 gültige Erklärungen dokumentiert. Die digitale Plattform bietet eine unkomplizierte Alternative zum klassischen Organspendeausweis aus Papier. Besonders erfreulich aus medizinischer Sicht: Die große Mehrheit der registrierten Personen steht dem Thema positiv gegenüber.

Zustimmung oder Ablehnung: Die Zahlen im Detail

Die Auswertung der bisherigen Einträge zeigt ein klares Bild über die Haltung der Deutschen zur Organspende. Die aktuellen Zahlen verteilen sich wie folgt:

  • 82,3 Prozent stimmen einer Organentnahme nach ihrem Tod ohne jegliche Einschränkungen zu.
  • 8,5 Prozent haben einen generellen Widerspruch gegen die Organspende hinterlegt.
  • 6,3 Prozent schließen lediglich bestimmte Organe oder Gewebe von einer Spende aus.
  • 1,9 Prozent übertragen die Entscheidung auf eine namentlich benannte Vertrauensperson.
  • 1,0 Prozent beschränken ihre Zustimmung ausdrücklich nur auf bestimmte Organe.

So funktioniert die digitale Registrierung

Bereits ab dem 16. Lebensjahr kann jeder seine persönliche Entscheidung auf dem Portal eintragen. Die Nutzung ist vollkommen freiwillig, kostenlos und bietet maximale Flexibilität: Einmal getätigte Angaben können jederzeit bequem per Smartphone oder Computer geändert oder wieder gelöscht werden.

Für die Anmeldung benötigen Nutzer lediglich einen Personalausweis mit aktivierter Online-Funktion (eID) und die dazugehörige PIN. Alternativ ist der Zugang auch über die Apps der gesetzlichen Krankenkassen möglich, sofern dort vorab eine digitale Gesundheits-ID beantragt wurde.

Papierform bleibt weiterhin gültig

Wer den digitalen Weg scheut, muss sich keine Sorgen machen. Der klassische Organspendeausweis aus Papier, der einfach im Portemonnaie mitgeführt wird, behält weiterhin uneingeschränkt seine Gültigkeit. Auch eine Patientenverfügung kann die Wünsche zur Organspende rechtssicher dokumentieren.

Klarheit für Ärzte und Angehörige

Das digitale Register bringt erhebliche Vorteile im Ernstfall. Berechtigte Ärztinnen und Ärzte sowie Transplantationsbeauftragte in Kliniken können unter strengen Voraussetzungen direkt auf das Register zugreifen. Das schafft wertvolle Gewissheit in kritischen Situationen und entlastet vor allem die Angehörigen, die andernfalls in den schwersten Stunden eine Entscheidung im Sinne des Verstorbenen treffen müssten.

Mit über einer halben Million Einträgen ist ein solider Grundstein gelegt, doch Gesundheitsexperten hoffen, dass in Zukunft noch deutlich mehr Menschen den Weg in das digitale Register finden werden, um für sich selbst und andere Klarheit zu schaffen.

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