Rekordwert 2025: Apotheken melden so viele Arzneimittelrisiken wie nie zuvor

Benedikt Hübenthal
Arzneimittelrisiken 2025: Rekord-Meldungen durch Apotheken

Die Sicherheit bei der Einnahme von Medikamenten ist für Patientinnen und Patienten von größter Bedeutung. Eine aktuelle Auswertung der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) zeigt nun: Im Jahr 2025 haben deutsche Apotheken so viele Verdachtsfälle zu Arzneimittelrisiken gemeldet wie nie zuvor.

Neuer Höchststand bei den Verdachtsmeldungen

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Insgesamt 11.154 Meldungen zu möglichen Arzneimittelrisiken gingen im vergangenen Jahr bei der AMK ein. Diese Meldungen stammen aus fast 5.000 verschiedenen Apotheken und Krankenhausapotheken im gesamten Bundesgebiet. Damit setzt sich ein besorgniserregender, aber auch aufmerksamer Trend fort. Bereits in den Vorjahren waren die Zahlen hoch, wurden nun jedoch nochmals übertroffen. Zum Vergleich: 2024 lag die Zahl der Meldungen bei 10.882, im Jahr 2023 waren es noch 8.320.

Qualitätsmängel und Nebenwirkungen im Fokus

Doch was genau wurde gemeldet? Die Auswertung der AMK zeigt eine klare Tendenz der erfassten Risiken:

  • Rund zwei Drittel aller Meldungen bezogen sich auf Qualitätsprobleme bei den jeweiligen Medikamenten.
  • Ein weiteres Drittel betraf unerwünschte Arzneimittelwirkungen, also klassische Nebenwirkungen.
  • Die Zahl der gemeldeten Medikationsfehler stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich an – von 348 auf 624 Fälle.
  • Lediglich die Verdachtsmeldungen zu einem möglichen Arzneimittelmissbrauch waren leicht rückläufig und sanken von 50 auf 41 Fälle.

Ein unverzichtbarer Beitrag zur Patientensicherheit

Die stetig steigenden Meldezahlen sind laut Experten kein Grund zur Beunruhigung, sondern vielmehr ein Zeichen für das hervorragend funktionierende Sicherheitsnetz der Vor-Ort-Apotheken. Laut dem Vorsitzenden der AMK, Prof. Dr. Martin Schulz, sorgen die Apotheken vor Ort für deutlich mehr Sicherheit in der Arzneimitteltherapie und erhöhen so den Schutz der Patienten immens. Die Kommission bewertet und verarbeitet diese Meldungen seit über 50 Jahren und informiert die Apotheken umgehend über relevante Risiken, die im Praxisalltag auffallen.

Allein im Jahr 2025 führte dieses Meldesystem zu 263 konkreten Risikoinformationen. Darunter befanden sich 23 sogenannte Rote-Hand- und Informationsbriefe sowie mehr als 150 chargenbezogene Medikamentenrückrufe und Überprüfungen.

Die Vor-Ort-Apotheke als zentrale Anlaufstelle

Auch die Bundesapothekerkammer betont die Wichtigkeit dieser Arbeit. Die aktuellen Zahlen belegen demnach eindrucksvoll, dass Apothekerinnen und Apotheker Qualitätsfragen von Medikamenten professionell beurteilen, mögliche Anwendungsfehler frühzeitig identifizieren und umfassend zur Verträglichkeit beraten können. Ohne die flächendeckende Präsenz der Apotheken wäre eine sichere Arzneimittelversorgung in dieser Form kaum aufrechtzuerhalten.

Für Pflegebedürftige und deren Angehörige bedeutet dies: Der Gang zur Stamm-Apotheke bietet nicht nur Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten, sondern auch ein unverzichtbares Höchstmaß an Kontrolle und Sicherheit bei der täglichen Medikation.

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