Alarmierende Umfrage: Fast jede zweite Praxis steht vor dem Aus

Djamal Sadaghiani
Praxissterben droht: GKV-Gesetz treibt Ärzte zur Schließung

Ein beispielloser Einschnitt in die ambulante medizinische Versorgung bahnt sich an: Fast die Hälfte aller niedergelassenen Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeuten in der Hauptstadt zieht eine vorzeitige Praxisschließung in Betracht. Dies ist das erschütternde Ergebnis einer aktuellen Mitgliederumfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin.

Die fatale Wirkung des GKV-Gesetzes

Hintergrund dieser dramatischen Entwicklung sind die befürchteten Folgen des geplanten GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung gaben mehr als 1.000 der rund 2.500 befragten Mediziner an, einen vorzeitigen Ruhestand oder die Aufgabe ihrer Praxis ernsthaft zu erwägen. Fast jeder Zehnte hat demnach sogar schon konkrete Pläne für diesen drastischen Schritt gefasst.

Patienten drohen massive Einschränkungen

Die von der Bundesregierung geplanten Sparmaßnahmen werden sich unmittelbar auf die Patientinnen und Patienten auswirken. Die Umfragedaten zeichnen ein düsteres Bild der künftigen Versorgungslage:

  • Leistungskürzungen: 80 Prozent der Befragten rechnen mit spürbaren Einschränkungen bei den medizinischen Leistungen für gesetzlich Versicherte.
  • Längere Wartezeiten: Drei Viertel der Praxen gehen davon aus, dass Kranke künftig noch länger auf einen Behandlungstermin warten müssen.
  • Personalabbau: Rund ein Drittel der Niedergelassenen hält es für denkbar, medizinisches Fachpersonal entlassen zu müssen oder die Praxis gänzlich aufzugeben.

Ein Armutszeugnis für das Gesundheitssystem

Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung findet für die aktuellen Entwicklungen deutliche Worte und bezeichnet die Situation als Armutszeugnis für das deutsche Gesundheitssystem. Die Interessenvertretung warnt die Politik eindringlich vor den gravierenden Folgen, die diese Sparmaßnahmen für die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung haben werden.

Keine Empfehlung für den ärztlichen Nachwuchs

Besonders alarmierend für die Zukunft der flächendeckenden medizinischen Betreuung: Mehr als 70 Prozent der befragten Mediziner würden jungen Kolleginnen und Kollegen unter den derzeitigen politischen Rahmenbedingungen von einer eigenen Niederlassung abraten. Über 90 Prozent befürchten durch das geplante Gesetz schwere negative Auswirkungen auf die gesamte ambulante Versorgungslage.

Sollte die Politik ihre Pläne zur Kürzung der Krankenkassen-Zuschüsse nicht überdenken, droht ein massiver Engpass, der das ohnehin angespannte Gesundheitssystem an seine Belastungsgrenze treiben wird.

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