Altes Heilmittel neu entdeckt: Digitalis schützt bei Herzschwäche

Dominik Hübenthal
Herzschwäche: Studie zeigt Nutzen von Digitalis | PflegeHelfer24

Herzschwäche, in der Fachsprache als Herzinsuffizienz bezeichnet, ist eine der häufigsten Diagnosen bei älteren Menschen und ein zentrales Thema in der täglichen Pflege. Wenn das Herz nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper pumpen kann, drohen Erschöpfung, Atemnot und häufige Krankenhausaufenthalte. Nun rückt ein traditioneller Wirkstoff wieder in den Fokus der modernen Medizin und verspricht neue Hoffnung für Betroffene.

Aktuelle Studie belegt Schutzwirkung

Ein Forscherteam um Kevin Damman vom University Medical Center in Groningen hat kürzlich erstaunliche Ergebnisse in der renommierten Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht. Die Wissenschaftler untersuchten die Wirkung von sogenannten Digitalisglykosiden auf den Verlauf der Herzinsuffizienz. Das zentrale Ergebnis: Die Behandlung mit diesen Wirkstoffen ist offenbar eng mit einem deutlich geringeren Risiko für eine erste drastische Verschlechterung der Erkrankung verbunden.

Für Patienten bedeutet dies konkret, dass durch die Gabe von Digitalis das Fortschreiten der Herzschwäche verlangsamt und akute Krisen, die oft zu Notaufnahmen führen, abgewendet werden könnten.

Was sind Digitalisglykoside?

Digitalisglykoside sind keine Unbekannten in der Kardiologie. Es handelt sich um Wirkstoffe, die ursprünglich aus dem Roten Fingerhut gewonnen wurden. Sie werden bereits seit Jahrhunderten in der Heilkunde eingesetzt. Zu ihren wichtigsten Eigenschaften zählen:

  • Stärkung der Pumpkraft: Der Herzmuskel kann sich wieder kräftiger zusammenziehen.
  • Regulierung der Herzfrequenz: Der Herzschlag wird verlangsamt, wodurch das Herz effizienter arbeiten kann.
  • Entlastung des Kreislaufs: Durch die verbesserte Pumpfunktion werden Stauungen in den Blutgefäßen reduziert.

Bedeutung für die Pflege und Betreuung

In den vergangenen Jahren wurden Digitalis-Präparate oft durch neuere Medikamentengruppen verdrängt. Die aktuellen Erkenntnisse aus Groningen könnten jedoch zu einer Renaissance dieser bewährten Wirkstoffe führen. Besonders im Pflegealltag ist jede Therapie wertvoll, die die Lebensqualität von Senioren erhält und Krankenhausaufenthalte vermeidet.

Für pflegende Angehörige und Pflegekräfte gilt es nun, aufmerksam zu bleiben. Es ist ratsam, bei anstehenden Arztbesuchen den behandelnden Kardiologen oder Hausarzt auf die medikamentöse Einstellung anzusprechen. Wichtig bleibt jedoch: Eine Umstellung oder Anpassung der Herzmedikation darf ausschließlich unter strenger ärztlicher Aufsicht erfolgen, da Digitalis-Präparate genau dosiert werden müssen, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

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