Apixaban vs. Rivaroxaban: Studie zeigt deutliche Unterschiede beim Blutungsrisiko

Dominik Hübenthal
Apixaban oder Rivaroxaban? Neue Studie zum Blutungsrisiko

Blutverdünnende Medikamente, sogenannte Antikoagulanzien, gehören für viele Menschen nach einer überstandenen tiefen Venenthrombose oder einer Lungenembolie zum täglichen Leben. Sie sind überlebenswichtig, um einen erneuten Verschluss der Blutgefäße zu verhindern. Doch die Wahl des richtigen Präparats ist oft eine Abwägung zwischen der gewünschten Wirksamkeit und möglichen Nebenwirkungen. Eine neue, groß angelegte Vergleichsstudie liefert nun wichtige Erkenntnisse für Patienten, pflegende Angehörige und medizinisches Fachpersonal.

Gleiche Schutzwirkung, aber unterschiedliche Risikoprofile

Im Zentrum der Untersuchung standen die beiden weit verbreiteten oralen Antikoagulanzien Apixaban und Rivaroxaban. Die unabhängige Studie, deren Ergebnisse im renommierten Fachblatt New England Journal of Medicine publiziert wurden, kam zu einem eindeutigen Ergebnis hinsichtlich der Wirksamkeit: Beide Medikamente schützen Patienten nach einer Lungenembolie oder Thrombose gleichermaßen effektiv vor einem Rückfall (Rezidiv).

Deutliche Unterschiede zeigten sich jedoch beim Blick auf die Nebenwirkungen, insbesondere bei der Häufigkeit von Blutungen. Laut den Studiendaten traten klinisch relevante Blutungen unter der Einnahme von Rivaroxaban mehr als doppelt so häufig auf wie bei Patienten, die mit Apixaban behandelt wurden.

Was bedeuten diese Ergebnisse für den Pflegealltag?

Besonders in der häuslichen und stationären Pflege älterer Menschen ist das Blutungsrisiko ein zentrales Thema. Senioren haben oft ein erhöhtes Sturzrisiko. Nehmen sie blutverdünnende Medikamente ein, kann selbst ein leichter Sturz zu gefährlichen inneren Blutungen führen. Die Studienergebnisse sind daher besonders für diese Patientengruppe von hoher Relevanz:

  • Erhöhte Sicherheit: Ein Präparat mit einem nachweislich geringeren Blutungsrisiko kann die Sicherheit im Alltag von sturzgefährdeten Personen maßgeblich erhöhen.
  • Entlastung für Pflegende: Weniger Komplikationen bedeuten auch eine psychologische und physische Entlastung für pflegende Angehörige und Pflegekräfte.
  • Therapietreue: Wenn Patienten weniger Angst vor Nebenwirkungen haben müssen, nehmen sie ihre Medikamente oft zuverlässiger ein.

Wichtiger Hinweis für Patienten

Trotz dieser klaren Studienergebnisse warnen Experten davor, eigenmächtig die Medikation zu verändern. Wer derzeit Rivaroxaban einnimmt, sollte das Medikament auf keinen Fall ohne ärztliche Rücksprache absetzen. Die Wahl des passenden Blutverdünners hängt stets von verschiedenen individuellen Faktoren ab, darunter Begleiterkrankungen, Nierenfunktion und weitere Medikamente, die eingenommen werden.

Patienten wird geraten, die neuen Erkenntnisse als Anlass zu nehmen, um beim nächsten regulären Arztbesuch das Gespräch mit dem behandelnden Mediziner zu suchen. Gemeinsam kann dann entschieden werden, ob eine Umstellung der Therapie im individuellen Fall sinnvoll und sicher ist.

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