Apotheken in der Krise: Umsatzrendite fällt auf historisches Tief

Dominik Hübenthal
Apotheken-Krise 2026: Umsatzrendite sinkt auf Rekordtief

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Apotheken hat sich im vergangenen Jahr weiter verschlechtert und erreicht nun einen besorgniserregenden Tiefpunkt. Der aktuelle Apothekenwirtschaftsbericht für das Jahr 2026 offenbart drastische Zahlen, die nicht nur für die Inhaber, sondern auch für die flächendeckende Medikamentenversorgung der Bevölkerung weitreichende Folgen haben.

Dramatischer Rückgang der Umsatzrendite

Laut Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) fiel die Umsatzrendite einer durchschnittlichen Apotheke im Jahr 2025 auf lediglich 4,2 Prozent des Netto-Umsatzes. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 4,4 Prozent, und vor zehn Jahren konnten Apotheken noch eine Rendite von 6,5 Prozent erwirtschaften. Trotz eines durchschnittlichen Netto-Umsatzes von rund vier Millionen Euro bleibt am Ende immer weniger für die Betreiber übrig, um Rücklagen zu bilden oder dringend notwendige Investitionen zu tätigen.

Jede dritte Apotheke in ihrer Existenz bedroht

Besonders alarmierend ist die finanzielle Stabilität vieler Betriebe. Der Bericht zeigt schonungslos auf, dass ein erheblicher Teil der Apotheken akut gefährdet ist:

  • Rund 33 Prozent der Apotheken weisen ein Betriebsergebnis von unter 100.000 Euro vor Steuern, Altersvorsorge und Investitionen auf. Dies entspricht in etwa den Brutto-Lohnkosten eines angestellten Krankenhausapothekers ohne Leitungsfunktion.
  • Ganze 7 Prozent der Apotheken in Deutschland haben im vergangenen Jahr sogar rote Zahlen geschrieben und Verluste verzeichnet.
  • Die Gesamtzahl der Betriebsstätten ist bis zum Ende des ersten Quartals 2026 auf 16.541 gesunken – der niedrigste Stand seit fast einem halben Jahrhundert.

Forderung nach sofortigem politischem Handeln

Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes warnt eindringlich vor den Konsequenzen dieses Abwärtstrends. Jede Schließung bedeute nicht nur den Verlust einer freiberuflichen Existenz und lokaler Arbeitsplätze, sondern reiße auch Lücken in die wohnortnahe Versorgung der Patienten. Als Hauptursache wird die jahrelange chronische Unterfinanzierung genannt. So wurde das sogenannte Fixum – der gesetzlich festgelegte Vergütungsanteil der Apotheken pro rezeptpflichtigem Medikament – seit 2013 nicht mehr angepasst.

Höheres Honorar dringend gefordert

Um das Apothekenhonorar an die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung und die enorm gestiegenen Betriebskosten anzupassen, richten die Interessenvertreter einen klaren Appell an die Politik. Gefordert wird eine unmissverständliche Anhebung des Fixums auf 9,50 Euro bis spätestens zum 1. Juli 2026. Nur durch verlässliche Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Stabilität könne eine qualitativ hochwertige Versorgung der Menschen vor Ort auch in Zukunft sichergestellt werden.

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