Apothekensterben setzt sich fort: Immer mehr Schließungen belasten die Versorgung

Dominik Hübenthal
Apothekensterben 2026: Zahl der Apotheken sinkt weiter drastisch

Die flächendeckende Arzneimittelversorgung in Deutschland steht vor wachsenden Herausforderungen. Das vertraute Apothekenkreuz verschwindet zunehmend aus den Städten und ländlichen Regionen. Auch im ersten Quartal dieses Jahres hat sich das bundesweite Apothekensterben ungebremst fortgesetzt, was insbesondere für ältere und pflegebedürftige Menschen spürbare Konsequenzen hat.

Erneut mehr Schließungen als Neueröffnungen

Die neuesten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Wie aus aktuellen Daten der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hervorgeht, ist die Zahl der Apotheken hierzulande abermals gesunken. Ende März gab es bundesweit nur noch 16.541 Betriebsstätten. Das sind 60 Apotheken weniger als noch zur Jahreswende.

Besonders alarmierend ist das Verhältnis von Schließungen zu Neueröffnungen. Seit Anfang Januar standen lediglich 19 neuen Apotheken insgesamt 79 Schließungen gegenüber. Dieser Negativtrend zieht sich bereits seit über einem Jahrzehnt durch das deutsche Gesundheitssystem und scheint sich weiter zu verfestigen.

Was das Apothekensterben für Pflegebedürftige bedeutet

Für die allgemeine Bevölkerung mag der Wegfall einer Apotheke oft nur ein kleines Ärgernis sein, doch für chronisch Kranke, Senioren und Pflegebedürftige ist die Entwicklung besorgniserregend. Die Vor-Ort-Apotheke leistet weitaus mehr als nur die reine Medikamentenausgabe:

  • Persönliche Beratung: Gerade bei komplexen Medikamentenplänen von Senioren ist die fachkundige Beratung zur Vermeidung von gefährlichen Wechselwirkungen essenziell.
  • Not- und Nachtdienste: Weniger Apotheken bedeuten längere Wege im Akutfall – ein massives Problem, das vor allem den ländlichen Raum trifft.
  • Botendienste: Viele lokale Apotheken liefern dringend benötigte Medikamente direkt an die Haustür von immobilen Patienten oder in Pflegeeinrichtungen.
  • Herstellung von Rezepturen: Individuell angefertigte Salben oder spezielle Dosierungen können von reinen Versandapotheken oft nicht zeitnah geliefert werden.

Die Ursachen der Schließungswelle

Die Gründe für den anhaltenden Rückgang sind vielschichtig. Viele Inhaber finden aus Altersgründen keine Nachfolger für ihre Betriebe. Der allgemeine Fachkräftemangel betrifft auch Apotheker und pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) massiv. Hinzu kommen eine wachsende bürokratische Belastung, wirtschaftliche Unsicherheiten durch gesetzliche Vorgaben bei den Medikamentenpreisen und der zunehmende Konkurrenzdruck durch große Online-Versandapotheken.

Forderung nach politischen Lösungen

Experten aus dem Gesundheitswesen warnen davor, dass die flächendeckende und wohnortnahe Versorgung bald nicht mehr überall im gewünschten Maß aufrechterhalten werden kann. Um den Trend zu stoppen, bedarf es dringend politischer Maßnahmen, die den Apothekerberuf wieder attraktiver machen und die wirtschaftliche Basis der Vor-Ort-Apotheken stärken. Nur so kann sichergestellt werden, dass auch in Zukunft jeder Patient – unabhängig vom Wohnort – schnell und sicher mit lebenswichtigen Medikamenten versorgt wird.

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