Gegen den Ärztemangel: Ärzteschaft fordert Aktivrente für niedergelassene Mediziner
Die geplante Einführung der sogenannten Aktivrente soll erfahrene Fachkräfte motivieren, auch nach Erreichen des Rentenalters im Beruf zu bleiben. Doch ausgerechnet selbstständige Mediziner drohen bei den steuerlichen und sozialrechtlichen Anreizen leer auszugehen. Auf dem 130. Deutschen Ärztetag wurde nun mit großer Mehrheit eine klare Forderung an die Politik gerichtet: Die Aktivrente muss zwingend auch für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte gelten.
Ein fatales Signal in Zeiten des Fachkräftemangels
Der demografische Wandel und der sich zuspitzende Fachkräftemangel belasten das deutsche Gesundheitssystem massiv. Besonders in der ambulanten Versorgung fehlt es drastisch an Nachwuchs. Gleichzeitig ist ein erheblicher Teil der heutigen Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber bereits über 60 Jahre alt. Viele dieser erfahrenen Mediziner wären durchaus bereit, ihre ärztliche Tätigkeit in reduziertem Umfang oder projektbezogen fortzuführen.
Dass der Gesetzgeber plant, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte von den steuerlichen Anreizen der Aktivrente auszuschließen, stößt daher auf massives Unverständnis. Laut Vertretern der Ärztekammern sei die Einbeziehung der Selbstständigen nicht nur eine Frage der wirtschaftlichen Vernunft, sondern vor allem ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber einer Berufsgruppe, die das Rückgrat der medizinischen Grundversorgung bildet.
Was ist die Aktivrente und warum ist sie so wichtig?
Die von der Bundesregierung diskutierten Modelle einer Aktivrente zielen darauf ab, Anreize für einen freiwilligen, längeren Verbleib im Berufsleben zu schaffen. Im Zentrum stehen dabei erweiterte Steuerfreibeträge, flexiblere Hinzuverdienstregelungen sowie die Befreiung von bestimmten Sozialversicherungspflichten. Für abhängig Beschäftigte sollen diese Hürden abgebaut werden – für Selbstständige jedoch bislang nicht.
- Steuerliche Vergünstigungen: Finanzielle Anreize sollen die Weiterarbeit im Alter attraktiv machen und dem System wertvolle Expertise erhalten.
- Flexibilität: Die Schaffung von Modellen für reduzierte Arbeitszeiten oder gezielte Projekteinsätze.
- Gleichbehandlung: Die Ärzteschaft fordert unmissverständlich, dass Selbstständige und Angestellte rechtlich und finanziell gleichgestellt werden.
Potenziale nutzen, um die Versorgung zu sichern
Die Bundesärztekammer weist darauf hin, dass durch den Ausschluss der Selbstständigen ein enormes Potenzial an hochqualifizierten Fachärzten ungenutzt bleibt. Gerade in ländlichen Regionen, wo die Nachfolge für Haus- und Facharztpraxen oft völlig ungeklärt ist, könnte die Aktivrente einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung der medizinischen Infrastruktur leisten.
Darüber hinaus betonten die Delegierten des Ärztetages, dass eine zukunftsfeste Gesundheitsversorgung nur durch die enge und kooperative Verzahnung von ambulantem und stationärem Sektor gelingen kann. Erfahrene niedergelassene Ärzte spielen hierbei eine unverzichtbare Schlüsselrolle. Der Gesetzgeber ist nun dringend gefordert, die geplanten Regelungen nachzubessern und sicherzustellen, dass alle Ärztinnen und Ärzte – unabhängig von ihrer Beschäftigungsart – von den Vorteilen der Aktivrente profitieren können.
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