Warnruf an die Politik: Ärztetag fordert dringend faire Klinik-Finanzierung

Dominik Hübenthal
Krankenhaus-Finanzierung: Ärztetag fordert neues Personal-System

Krankenhäuser in Deutschland stehen unter enormem Druck. Um die Qualität der Patientenversorgung auch in Zukunft sicherzustellen, richtet der 130. Deutsche Ärztetag einen eindringlichen Appell an den Gesetzgeber: Die ärztliche Personalausstattung in den Kliniken muss endlich bedarfsgerecht und vollständig finanziert werden. Ein einfaches „Weiter so“ dürfe es laut den Delegierten nicht geben.

Gefahr für die Patientenversorgung

Die Delegierten des Ärztetags machen deutlich, dass eine sichere und hochwertige medizinische Versorgung nur mit ausreichend Personal möglich ist. Eine aufgaben- und patientengerechte ärztliche Personalausstattung sei das zentrale Fundament jedes Krankenhauses. Doch der klinische Alltag zeichnet oft ein anderes Bild: Die Arbeitsbelastung ist enorm, und viele ärztliche Leistungen, die nicht direkt am Bett der Patienten stattfinden – wie aufwendige Dokumentationen, interdisziplinäre Abstimmungen oder die Weiterbildung von Nachwuchskräften – werden bei der Personalplanung oft unzureichend berücksichtigt.

Das neue Personalbemessungssystem (ÄPS-BÄK)

Um diesen Missstand zu beheben und die Finanzierung auf sichere Beine zu stellen, bringt die Ärzteschaft ein konkretes Instrument in den Fokus: das sogenannte ärztliche Personalbemessungssystem (ÄPS-BÄK). Dieses von der Bundesärztekammer entwickelte Konzept soll präzise berechnen, wie viele Ärztinnen und Ärzte eine Fachabteilung tatsächlich benötigt, um alle anfallenden Aufgaben in hoher Qualität bewältigen zu können.

  • Vollständige Erfassung: Das System macht die gesamte Bandbreite der ärztlichen Tätigkeit sichtbar, nicht nur die direkte Patientenversorgung.
  • Flexibilität: Es gilt als praktikables, adaptives und fachabteilungsspezifisches Instrument.
  • Bedarfsgerechtigkeit: Es ermöglicht eine Personalplanung, die sich am tatsächlichen Versorgungsbedarf orientiert.

Erfolgreiche Erprobung und Forderungen an die Politik

Bereits im Jahr 2025 wurde das System in verschiedenen deutschen Krankenhäusern intensiv erprobt. Die Delegierten des Ärztetags fordern nun, die gewonnenen Erkenntnisse aus dieser Testphase konsequent zu nutzen und den Prozess der Nachjustierung fortzuführen.

Auch die Politik ist bereits involviert. Im Rahmen des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) hat der Gesetzgeber beschlossen, ein Konzept zur ärztlichen Personalbemessung auf seine Praxistauglichkeit zu prüfen. Das Bundesgesundheitsministerium wählte hierfür explizit das System der Bundesärztekammer aus. Nun drängt die Ärzteschaft darauf, dass auf diese Prüfungen auch konkrete, finanzielle Taten folgen.

Fazit: Investition in die Sicherheit

Für Patienten und Beschäftigte im Gesundheitswesen bleibt zu hoffen, dass die eindringlichen Warnungen des Ärztetags Gehör finden. Eine angemessene Finanzierung des ärztlichen Personals ist weit mehr als nur eine Frage der Arbeitsbedingungen – sie ist der entscheidende Faktor für die Sicherheit, die Gesundheit und das Überleben der Patienten in deutschen Krankenhäusern.

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