Gesundheit ins Grundgesetz: Neue Petition fordert radikalen Kurswechsel
Ein radikaler Perspektivwechsel für das deutsche Gesundheitswesen
Seit Jahren drehen sich die politischen Debatten in Deutschland vor allem um eines: Wie lassen sich die stetig steigenden Kosten im Gesundheitswesen finanzieren? Eine neue Initiative fordert nun, die Diskussion an ihren wahren Ursprung zurückzuführen. Mit der heute gestarteten Bundestags-Petition „Gesundheit gehört ins Grundgesetz“ soll der Fokus weg von der reinen Behandlung von Krankheiten und hin zu einer echten, präventiven Gesundheitsförderung gelenkt werden.
Was fordert die Petition konkret?
Bislang schützt Artikel 2, Absatz 2 des deutschen Grundgesetzes lediglich das „Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“. Den Initiatoren der Petition reicht das nicht aus. Sie fordern eine weitreichende Verfassungsänderung. Der neue Passus soll lauten: „Jeder hat das Recht auf körperliche, geistige und seelische Gesundheit.“
Hinter der Kampagne stehen Andrea Galle, Vorständin der Krankenkasse mkk (meine krankenkasse), und der renommierte Sport- und Präventionswissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse. Ihr Ziel ist es, die Politik in die Pflicht zu nehmen: Gesundheit dürfe nicht erst dann ein Thema sein, wenn der Mensch bereits erkrankt ist.
Prävention statt Reparaturmedizin
Laut Prof. Dr. Ingo Froböse entsteht Gesundheit nicht erst in der Arztpraxis, sondern im alltäglichen Leben – in Kitas, Schulen, an Arbeitsplätzen und in den Kommunen. Eine Verankerung im Grundgesetz würde den Staat ressortübergreifend dazu verpflichten, gesundheitsfördernde Lebensverhältnisse zu schaffen und die Gesundheitskompetenz der Bürgerinnen und Bürger von klein auf systematisch zu stärken.
Unterstützt wird das Vorhaben durch ein verfassungsrechtliches Gutachten des ehemaligen Bundesverwaltungsrichters Martin Pagenkopf. Dieses untermauert, dass ein solches Grundrecht den staatlichen Auftrag zur Aufklärung, Vorbeugung und Krankheitsvermeidung massiv stärken würde.
Prominente Unterstützer und starker Rückhalt in der Bevölkerung
Die Petition, die ab sofort online mitgezeichnet werden kann, hat bereits prominente Fürsprecher gefunden. Zu den ersten Unterzeichnern gehören unter anderem der bekannte TV-Arzt Dr. med. Johannes Wimmer sowie die Chefärztin Prof. Dr. med. Mandy Mangler.
Auch in der Bevölkerung scheint die Zeit reif für diesen Schritt zu sein: Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der mkk zeigte kürzlich, dass 61 Prozent der Befragten eine Aufnahme des Rechts auf Gesundheit in das Grundgesetz befürworten.
Der Countdown läuft: 30.000 Stimmen in sechs Wochen
Damit sich der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages in einer öffentlichen Sitzung mit dem Thema befassen muss, ist nun die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger gefragt. Innerhalb der nächsten sechs Wochen müssen mindestens 30.000 gültige Mitzeichnungen gesammelt werden. Es liegt nun an der Gesellschaft, zu entscheiden, ob diese grundlegende Debatte über die Zukunft unseres Gesundheitssystems auf die große politische Bühne getragen wird.
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