Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Deutsche Kontaktperson in Klinik isoliert

Djamal Sadaghiani
Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Deutsche in Düsseldorfer Klinik

Ein dramatischer Krankheitsausbruch auf hoher See hält derzeit die internationalen Gesundheitsbehörden in Atem. Auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ ist das seltene, aber gefährliche Hantavirus ausgebrochen. Bislang forderte der Erreger drei Menschenleben, darunter eine deutsche Staatsbürgerin. Nun hat der Vorfall auch direkte Auswirkungen auf Deutschland: Eine enge Kontaktperson der Verstorbenen wird aktuell unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in der Uniklinik Düsseldorf (UKD) medizinisch überwacht.

Spezialtransport in die Uniklinik Düsseldorf

Die 65-jährige deutsche Kontaktperson wurde im Zuge einer internationalen Evakuierungsmaßnahme vom Schiff geholt und zunächst in die Niederlande geflogen. Am Flughafen Amsterdam Schiphol übernahmen Einsatzkräfte der Düsseldorfer Feuerwehr die Patientin. Um jegliches Ansteckungsrisiko zu minimieren, trugen die Retter spezielle Schutzanzüge. In einem Konvoi aus sechs Fahrzeugen wurde die Frau anschließend direkt in die Düsseldorfer Universitätsklinik gebracht.

Laut Angaben der Klinik und der Feuerwehr zeigt die Patientin derzeit keinerlei Krankheitssymptome und befindet sich in einem stabilen Zustand. Dennoch bleibt sie auf der Infektionsstation streng isoliert. Da die Inkubationszeit bei Hantaviren zwischen einer und sechs Wochen betragen kann, sind die präventive Überwachung und umfangreiche infektiologische Untersuchungen zwingend erforderlich.

Das gefährliche Andes-Virus: Übertragung von Mensch zu Mensch

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mittlerweile bestätigt, dass es sich bei dem Erreger um den sogenannten Andes-Stamm des Hantavirus handelt. Diese spezifische Variante ist die einzige bekannte Form des Virus, bei der eine Übertragung von Mensch zu Mensch nachgewiesen wurde – in der Regel durch sehr engen und anhaltenden Kontakt. Normalerweise infizieren sich Menschen über das Einatmen von Staub, der mit den Ausscheidungen infizierter Nagetiere kontaminiert ist.

Der Ausbruch auf der „Hondius“, die ihre Reise Anfang April im argentinischen Ushuaia begann, hat bereits tragische Folgen: Ein älteres niederländisches Ehepaar sowie eine deutsche Passagierin erlagen der Infektion. Eine Hantavirus-Erkrankung beginnt oft mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Im weiteren Verlauf kann es jedoch zu schweren Komplikationen wie Lungenversagen oder massiven Nierenschäden kommen, was die hohe Sterblichkeitsrate des Erregers erklärt.

WHO gibt vorerst Entwarnung: Keine neue Pandemie

Während das Kreuzfahrtschiff mit den rund 150 verbliebenen Passagieren und Besatzungsmitgliedern derzeit die spanische Insel Teneriffa ansteuert, wo weitere umfangreiche Tests und Evakuierungen geplant sind, bemühen sich internationale Experten um Beruhigung. Die WHO betont ausdrücklich, dass das Risiko für die globale öffentliche Gesundheit als gering einzustufen ist. Vergleiche mit dem Beginn der Corona-Pandemie seien unangebracht, da sich das Andes-Virus nicht so leicht und flächendeckend verbreite wie herkömmliche Atemwegsviren.

Dennoch bleiben die Gesundheitsbehörden in höchster Alarmbereitschaft. Neben Deutschland überwachen derzeit auch Länder wie Großbritannien, die Schweiz und Südafrika isolierte Verdachtsfälle und infizierte Patienten, die zuvor auf der „Hondius“ gereist waren. Für die medizinischen Teams in Düsseldorf gilt es nun, die weitere gesundheitliche Entwicklung der 65-jährigen Patientin genauestens zu beobachten.

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