Hitzeaktionstag: So schützen sich Pflegekräfte vor Hitzeerschöpfung
Der Klimawandel macht sich zunehmend bemerkbar und bringt immer häufiger extreme Hitzewellen mit sich. Was für viele Menschen nach Sommer und Freibad klingt, bedeutet für Beschäftigte im Gesundheitswesen eine enorme körperliche Belastung. Besonders Pflegekräfte, die täglich schwere körperliche Arbeit leisten, stoßen an heißen Tagen schnell an ihre Grenzen. Anlässlich des Hitzeaktionstags rückt der Schutz der Beschäftigten vor hitzebedingten Gesundheitsgefahren in den Fokus.
Warum Hitze in der Pflege eine besondere Gefahr darstellt
Egal ob in der stationären Einrichtung, im Krankenhaus oder in der ambulanten Pflege: Die Arbeitsbedingungen lassen sich oft nur schwer an hohe Temperaturen anpassen. In Pflegeheimen und Kliniken fehlt häufig eine flächendeckende Klimatisierung, während ambulante Pflegekräfte in aufgeheizten Autos von Patient zu Patient eilen. Hinzu kommt das Tragen von Schutzkleidung, die einen Hitzestau am Körper begünstigen kann.
Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) stellt die steigende Anzahl heißer Tage Beschäftigte und Betriebe vor wachsende Herausforderungen. Sowohl bei Arbeiten im Freien als auch in Innenräumen droht eine Hitzeerschöpfung, die unbehandelt in einen lebensgefährlichen Hitzschlag übergehen kann.
Symptome der Hitzeerschöpfung frühzeitig erkennen
Eine Hitzeerschöpfung entsteht durch den massiven Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten durch starkes Schwitzen. Es ist überlebenswichtig, die Warnsignale des eigenen Körpers rechtzeitig wahrzunehmen. Zu den typischen Symptomen gehören:
- Starkes Schwitzen bei gleichzeitig kühler, blasser Haut
- Schwindelgefühl und Schwäche
- Übelkeit oder Erbrechen
- Kopfschmerzen
- Beschleunigter, aber schwacher Puls
- Muskelkrämpfe
Wichtige Schutzmaßnahmen für den Pflegealltag
Um gut durch die heißen Schichten zu kommen, können Pflegekräfte und Einrichtungsleitungen verschiedene Maßnahmen ergreifen. Auch kleine Veränderungen im Ablauf können einen großen Unterschied machen.
Trinkverhalten anpassen
Der wichtigste Schutz ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Trinken Sie mindestens zwei bis drei Liter pro Tag, bei starker Hitze entsprechend mehr. Ideal sind Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Saftschorlen. Trinken Sie regelmäßig kleine Mengen, bevor das Durstgefühl überhaupt erst entsteht.
Cleveres Lüften und Abdunkeln
In stationären Einrichtungen sollte die kühle Nacht- und frühe Morgenluft genutzt werden, um die Räume intensiv durchzulüften (Querlüften). Sobald die Sonne aufgeht und die Temperaturen steigen, sollten Fenster geschlossen und Jalousien oder Vorhänge zugezogen werden, um die Hitze draußen zu halten.
Tipps für die ambulante Pflege
Für Pflegekräfte im Außendienst ist das Fahrzeug oft der größte Hitzeherd. Parken Sie nach Möglichkeit im Schatten und nutzen Sie Sonnenschutzblenden für die Windschutzscheibe. Die Klimaanlage sollte nicht auf die kälteste Stufe gestellt werden, um extreme Temperaturstürze beim Ein- und Aussteigen zu vermeiden – ein Unterschied von etwa sechs Grad zur Außentemperatur ist ideal für den Kreislauf.
Was tun im Notfall? Erste Hilfe bei Hitzeerschöpfung
Wenn eine Kollegin, ein Kollege oder eine zu pflegende Person Anzeichen einer Hitzeerschöpfung zeigt, muss sofort gehandelt werden. Bringen Sie die betroffene Person umgehend an einen kühlen, schattigen Ort. Öffnen Sie einengende Kleidung und lagern Sie die Beine hoch, um den Kreislauf zu stabilisieren. Bieten Sie schluckweise Wasser an und kühlen Sie den Körper mit feuchten Umschlägen auf der Stirn oder im Nacken.
Sollten sich die Symptome nach kurzer Zeit nicht bessern, Bewusstseinsstörungen auftreten oder die Körpertemperatur stark ansteigen, besteht der Verdacht auf einen Hitzschlag. In diesem Fall muss umgehend der Rettungsdienst unter der Nummer 112 alarmiert werden.
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