Kampf dem Ärztemangel: Brandenburg beschließt Landärztequote für neue Medizin-Uni
Der Hausärztemangel in ländlichen Regionen ist eine der größten Herausforderungen für das deutsche Gesundheitssystem. Um diesem gefährlichen Trend entgegenzuwirken, hat die neue Landesregierung in Brandenburg nun einen entscheidenden Beschluss gefasst: Die Einführung einer Landärztequote an der neu gegründeten Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL CT) in Cottbus.
Zehn Prozent der Studienplätze exklusiv reserviert
Der vom Kabinett verabschiedete Gesetzentwurf sieht vor, dass künftig zehn Prozent der Erstsemester-Studienplätze für Humanmedizin gezielt an Bewerberinnen und Bewerber vergeben werden, die sich zu einer späteren Tätigkeit auf dem Land verpflichten. Wer über diese Quote einen der begehrten Studienplätze erhält, muss nach dem erfolgreichen Abschluss und der Facharztausbildung für mindestens zehn Jahre als Hausärztin oder Hausarzt in einer medizinisch unterversorgten Region Brandenburgs praktizieren.
Laut dem amtierenden Gesundheitsminister René Wilke brauche das Land für eine zukunftsfeste Gesundheitsversorgung dringend neue Medizinerinnen und Mediziner im ländlichen Raum. Landarztpraxen sicherten nicht nur die medizinische Grundversorgung, sondern dienten oft auch als unverzichtbare soziale Anlaufpunkte für die Bürgerinnen und Bürger.
Alarmierende Zahlen: Ein Drittel der Hausärzte steht vor dem Ruhestand
Wie dringend der Handlungsbedarf tatsächlich ist, zeigt ein Blick auf die Altersstruktur der aktuellen Ärzteschaft. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) gab es zuletzt rund 1.700 Hausärztinnen und Hausärzte im Bundesland. Davon sind jedoch bereits 33,7 Prozent 60 Jahre oder älter. Ganze 16,5 Prozent haben sogar schon das 65. Lebensjahr erreicht. In den kommenden Jahren droht somit eine massive Pensionierungswelle, die ohne gezielte Nachwuchsförderung tiefe Lücken in die ambulante Versorgung reißen würde.
Zusätzliche Anreize durch Stipendien
Neben der reinen Studienplatzgarantie setzt das Land auf finanzielle Unterstützung, um den ländlichen Raum für junge Akademiker attraktiver zu machen. Die neue Landärztequote wird durch das bereits etablierte Landärzteprogramm flankiert. Studierende, die sich für den Weg als Landarzt entscheiden, können ein Stipendium in Höhe von 1.000 Euro monatlich erhalten, welches bis zum Ende der Regelstudienzeit ausgezahlt wird.
Der Gesetzentwurf, der ursprünglich noch von der früheren Gesundheitsministerin Britta Müller auf den Weg gebracht wurde, wird nun dem Landtag zur finalen Beratung und Abstimmung übergeben. Mit der Koppelung von exzellenter medizinischer Ausbildung in Cottbus und einer festen Versorgungszusage für das Umland hofft Brandenburg, den drohenden Ärztenotstand nachhaltig abzuwenden und die Patientenversorgung zukunftssicher aufzustellen.
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