Krankenkasse: Zuzahlungen für Patienten steigen drastisch

Dominik Hübenthal
GKV-Zuzahlungen steigen: Kassenpatienten zahlen immer mehr

Die finanzielle Belastung für Millionen gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland nimmt weiter zu. Wer auf Medikamente angewiesen ist oder im Krankenhaus behandelt werden muss, spürt dies zunehmend im eigenen Geldbeutel. Laut aktuellen Daten des Bundesgesundheitsministeriums haben sich die Zuzahlungen der Patienten in den vergangenen Jahren spürbar erhöht.

Bundesregierung bestätigt Kostenanstieg

Wie aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Ates Gürpinar hervorgeht, klettern die Eigenanteile der Versicherten kontinuierlich in die Höhe. Ob in der Apotheke oder bei stationären Aufenthalten – die gesetzlich verankerten Zuzahlungen summieren sich für viele Haushalte mittlerweile zu einem ernstzunehmenden Kostenfaktor.

Aktuell müssen gesetzlich Versicherte für verschreibungspflichtige Medikamente zehn Prozent des Verkaufspreises aus eigener Tasche zahlen – mindestens jedoch fünf und maximal zehn Euro. Auch bei Krankenhausbehandlungen werden Patienten zur Kasse gebeten: Hier fällt eine Pauschale von zehn Euro pro Tag für bis zu 28 Tage im Kalenderjahr an.

GKV-Finanzkrise: Drohen weitere Erhöhungen?

Hintergrund der stetig steigenden Kostenbelastung ist die angespannte Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Angesichts wachsender Ausgaben und drohender Milliarden-Defizite in den kommenden Jahren wird in der Politik bereits über weitere Maßnahmen diskutiert. Experten warnen davor, dass die Kassenfinanzen zukünftig noch stärker zulasten der Patienten saniert werden könnten.

Kritik an dieser Entwicklung kommt unter anderem von Sozialverbänden und der Opposition. Gesundheitsexperten warnen eindringlich davor, dass Krankheit nicht zu einem Armutsrisiko werden dürfe. Die steigenden Eigenbeteiligungen treffen insbesondere chronisch Kranke, Senioren und Menschen mit geringem Einkommen unverhältnismäßig hart.

So können sich Versicherte schützen

Trotz der steigenden Kosten gibt es gesetzliche Schutzmechanismen, die eine finanzielle Überforderung verhindern sollen. Viele Patienten schöpfen diese Möglichkeiten jedoch nicht vollständig aus. Die sogenannte Belastungsgrenze schützt Versicherte davor, unbegrenzt zur Kasse gebeten zu werden:

  • Reguläre Grenze: Die jährlichen Zuzahlungen sind auf maximal zwei Prozent der Bruttoeinnahmen des gesamten Haushalts gedeckelt.
  • Für chronisch Kranke: Wer wegen einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung in ärztlicher Dauerbehandlung ist, muss maximal ein Prozent seines Einkommens zuzahlen.

Sobald diese finanzielle Grenze innerhalb eines Kalenderjahres erreicht ist, können Versicherte bei ihrer Krankenkasse eine Befreiung für den Rest des Jahres beantragen. PflegeHelfer24 empfiehlt dringend, sämtliche Quittungen aus der Apotheke, dem Krankenhaus oder für Heil- und Hilfsmittel sorgfältig zu sammeln und frühzeitig einen Antrag auf Zuzahlungsbefreiung zu stellen. Bei vielen Krankenkassen lässt sich dies mittlerweile auch unkompliziert über die jeweilige Service-App erledigen.

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