Krankenstand 2025: Beschäftigte fehlen seltener, aber Langzeiterkrankungen bleiben ein Problem
Die aktuelle Fehlzeiten-Bilanz für das Jahr 2025 bringt eine vorsichtige Entwarnung: Die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage in Deutschland ist leicht gesunken. Dennoch bleibt das Niveau historisch hoch, was vor allem auf hartnäckige Langzeiterkrankungen zurückzuführen ist. Was bedeuten die neuen Zahlen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, insbesondere im Pflegebereich?
Leichter Rückgang der Krankheitstage im Jahr 2025
Nach den extremen Höchstwerten der vergangenen Jahre zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Laut den neuesten Auswertungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) fehlten AOK-versicherte Beschäftigte im Jahr 2025 durchschnittlich an 23,3 Tagen krankheitsbedingt an ihrem Arbeitsplatz. Damit liegt der Wert erfreulicherweise leicht unter dem Niveau des Vorjahres, in dem noch 23,9 Krankheitstage verzeichnet wurden.
Im Vergleich zum bisherigen historischen Höchststand aus dem Jahr 2022, als Beschäftigte im Schnitt 24,5 Tage ausfielen, ist sogar ein Rückgang von mehr als einem ganzen Tag zu beobachten. Experten werten dies als erstes Zeichen einer Normalisierung nach den pandemiegeprägten Jahren, wenngleich das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht ist.
Langzeiterkrankungen bleiben der größte Treiber
Trotz des allgemeinen Rückgangs bereitet eine Entwicklung den Krankenkassen und Unternehmen weiterhin große Sorge: Die Ausfallzeiten aufgrund von Langzeiterkrankungen verharren auf einem alarmierend hohen Niveau. Während kurzfristige Infektionswellen abgenommen haben, führen schwere und chronische Leiden zu monatelangen Ausfällen. Zu den Hauptursachen zählen:
- Psychische Erkrankungen: Diagnosen wie Burnout oder schwere Depressionen sind oft mit sehr langen Ausfallzeiten verbunden und gelten als langfristige Treiber des hohen Krankenstands.
- Muskel-Skelett-Erkrankungen: Rückenleiden und Gelenkprobleme zwingen insbesondere körperlich arbeitende Menschen häufig zu wochenlangen Pausen.
- Atemwegserkrankungen: Auch wenn die Dauer pro Fall oft kürzer ist, summieren sich die Krankschreibungen in den Wintermonaten nach wie vor erheblich.
Besondere Belastung für die Pflegebranche
Für Branchen mit hoher physischer und psychischer Beanspruchung, wie die Alten- und Krankenpflege, sind diese Zahlen besonders relevant. Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen weisen traditionell überdurchschnittlich hohe Krankenstände auf. Der tägliche Stress, anstrengende Schichtdienste und die körperlich schwere Arbeit fordern ihren Tribut. Ein anhaltend hohes Niveau an Langzeiterkrankungen verschärft den ohnehin grassierenden Fachkräftemangel in der Pflege zusätzlich, da die verbleibenden Teams die Arbeit der ausfallenden Kollegen mit auffangen müssen – ein Teufelskreis, der das Risiko für weitere Überlastungen erhöht.
Prävention rückt in den Fokus
Um dem Trend der langen Ausfallzeiten effektiv entgegenzuwirken, fordern Gesundheitsexperten einen deutlich stärkeren Fokus auf das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM). Präventive Maßnahmen, die sowohl die körperliche Gesundheit stärken als auch die psychische Widerstandsfähigkeit fördern, sind unerlässlich. Arbeitgeber sind mehr denn je gefragt, gesunde Arbeitsbedingungen zu schaffen, um ihre Mitarbeiter langfristig und gesund im Beruf zu halten.
Die Fehlzeiten-Bilanz 2025 zeigt: Der erste Schritt in Richtung Besserung ist getan. Doch um die enormen Belastungen durch Langzeiterkrankungen in den Griff zu bekommen, bedarf es noch weitreichender gesellschaftlicher und unternehmerischer Anstrengungen.
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