Krebs wirksam verhindern: Experten fordern neue Präventionsstrategie

Dominik Hübenthal
Krebsprävention in Deutschland: DKFZ und Krebshilfe legen Maßnahmen vor

Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als eine halbe Million Menschen an Krebs. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen könnten bis zu 40 Prozent dieser Neuerkrankungen durch gezielte Vorbeugung vermieden werden. Wie das enorme Potenzial der Vorsorge besser genutzt werden kann, zeigt der aktuelle Ergebnisbericht des 2. Nationalen Krebspräventionsgipfels, der von der Deutschen Krebshilfe und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) herausgegeben wurde.

Rund 50 Fachleute entwickeln konkrete Handlungsfelder

Am Gipfel beteiligten sich rund 50 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Gesundheitspolitik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Ihr gemeinsames Ziel ist eine nachhaltige und ressortübergreifende Strategie zur Senkung des Krebsrisikos in der Bevölkerung. Der vorgelegte Bericht konkretisiert zentrale Schritte, um evidenzbasierte Präventionsansätze rascher in die Praxis zu überführen.

Dabei betonen die Fachleute, dass Krebsvorsorge nicht allein in der individuellen Verantwortung der Bürger liegen darf. Neben der Aufklärung über Verhaltensweisen gewinnen gesetzliche Rahmenbedingungen zunehmend an Bedeutung.

Schwerpunkte für Bund und Länder

Die im Bericht formulierten Handlungsempfehlungen adressieren wesentliche gesellschaftliche Bereiche:

  • Verhältnisprävention stärken: Gezielte politische und gesetzliche Vorgaben sollen gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen schaffen, insbesondere beim Schutz vor Tabakkonsum, übermäßigem Alkoholkonsum sowie ungesunder, zuckerreicher Ernährung.
  • Prävention in Lebenswelten verankern: Schulen, Ausbildungsstätten und Arbeitsplätze sollen systematisch einbezogen werden, um Menschen frühzeitig und im Alltag für gesunde Lebensweisen und Risikofaktoren zu sensibilisieren.
  • Niedrigschwellige Zugänge sichern: Aufklärungsangebote, Impfungen und Früherkennungsprogramme müssen zielgruppengerecht gestaltet sein, um auch sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen zuverlässig zu erreichen.
  • Politikfeldübergreifende Zusammenarbeit: Prävention soll als ressortübergreifende Daueraufgabe im Gesundheits-, Bildungs- und Verbraucherschutzbereich etabliert werden.

Bedeutung für die Pflege und Gesundheitsvorsorge

Auch für Pflegekräfte, medizinisches Fachpersonal und pflegende Angehörige hat eine frühzeitige Krebsprävention hohe Relevanz. Viele Risikofaktoren überschneiden sich mit denen anderer chronischer Leiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein starkes Präventionssystem kann langfristig nicht nur individuelles Leid lindern, sondern auch das Gesundheitssystem und die Pflegestrukturen nachhaltig entlasten.

Laut den Initiatoren liegt der Ball nun bei der Politik, die wissenschaftlich fundierten Empfehlungen verbindlich in Gesetze und bundesweite Programme umzusetzen.

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