KV Niedersachsen fordert höhere TI-Pauschalen für Praxen
Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen bringt viele Praxen an ihre Belastungsgrenzen. Nun zieht die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Niedersachsen die Reißleine und richtet einen dringenden Appell an das Bundesgesundheitsministerium: Die monatlichen Pauschalen für den Betrieb der Telematikinfrastruktur (TI) müssen steigen.
Technik-Frust und ständige Ausfälle
Für viele Arzt- und Psychotherapiepraxen ist die Anbindung an die Telematikinfrastruktur aktuell eher eine Hürde als eine Erleichterung. Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, machte die Vertreterversammlung der KV Niedersachsen in Hannover deutlich, dass die Praxisteams seit Monaten mit erheblichen Problemen kämpfen. Zu den größten Kritikpunkten zählen:
- Häufige Systemausfälle: Immer wieder kommt es zu weitreichenden Ausfällen der TI, die einen geregelten Praxisbetrieb massiv stören oder die Praxen gänzlich arbeitsunfähig machen.
- Zeitaufwendige Hardware-Wechsel: Ständige Rückhol- und Austauschprozesse von defekten oder veralteten TI-Komponenten belasten den Arbeitsalltag der medizinischen Fachangestellten schwer.
- Hohe Zusatzkosten: Die Praxen müssen für die Einrichtung und Reparatur oft teure externe IT-Techniker aus eigener Tasche bezahlen.
"Auf Dauer nicht leistbar"
Die Delegierten der KV Niedersachsen finden für die aktuelle Situation klare Worte: Der Zustand sei laut der Vertreterversammlung „nicht länger hinnehmbar und auf Dauer auch nicht leistbar“. Fast alle Praxen seien in den vergangenen Monaten gezwungen gewesen, einzelne Komponenten der Telematikinfrastruktur auszutauschen. Die derzeitige monatliche TI-Pauschale, die eigentlich die Kosten für den laufenden Betrieb decken soll, reiche bei Weitem nicht mehr aus, um diese unerwarteten und stetigen Zusatzkosten aufzufangen.
Forderung nach finanzieller Entlastung
Aus diesem Grund drängt die KV Niedersachsen das Bundesgesundheitsministerium nun zum sofortigen Handeln. Die Politik müsse die finanzielle Realität in den Praxen anerkennen und die monatliche TI-Pauschale entsprechend erhöhen. Nur so könne sichergestellt werden, dass die flächendeckende Patientenversorgung nicht durch ausufernde IT-Kosten gefährdet wird.
Hintergrund: Die Telematikinfrastruktur (TI)
Die Telematikinfrastruktur soll alle Akteure im deutschen Gesundheitswesen – von Ärzten und Psychotherapeuten über Apotheken bis hin zu Krankenhäusern – sicher miteinander vernetzen. Wichtige digitale Anwendungen wie das E-Rezept, die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) oder die elektronische Patientenakte (ePA) laufen über dieses geschlossene Netz. Ein reibungsloser Betrieb ist daher essenziell für eine funktionierende und moderne Patientenversorgung.
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