Neue Karrierechancen in der Apotheke: BAK beschließt Weiterbildung für PTA

Djamal Sadaghiani
Neue Weiterbildung für PTA: Bundesapothekerkammer beschließt Curriculum

Die Bundesapothekerkammer (BAK) setzt ein starkes Zeichen für die Zukunft der Apothekenberufe. Auf ihrer jüngsten Mitgliederversammlung in Hamburg wurde ein entscheidender Schritt zur Weiterqualifizierung von Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten (PTA) beschlossen. Ziel ist es, den Beruf attraktiver zu gestalten und die Handlungskompetenzen in den öffentlichen Apotheken bundesweit zu stärken.

Erster Meilenstein: Das Curriculum für die Praxisanleitung

Ein zentraler Beschluss der Versammlung ist die Verabschiedung eines neuen Curriculums für die sogenannte Praxisanleitung. Durch diese zusätzliche pädagogische Qualifikation sollen erfahrene PTA künftig in der Lage sein, Auszubildenden die notwendigen beruflichen Fähigkeiten noch gezielter zu vermitteln. Laut Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) ist dies jedoch nur der Anfang. Die Delegierten votierten zudem dafür, eine bundesweit einheitliche, fachliche Weiterqualifizierung zu entwickeln. Die BAK wurde beauftragt, hierfür zeitnah die entsprechenden Standards zu erarbeiten.

Fokus auf Fachkompetenz statt Vertretungsbefugnis

Hintergrund dieser Fortbildungsoffensive ist auch eine aktuelle berufspolitische Debatte im Rahmen der geplanten Apothekenreform. Um Plänen einer eigenständigen Apothekenvertretung durch PTA entgegenzuwirken, setzen die Kammern gezielt auf den Ausbau von Fachkompetenzen. Bereits im Frühjahr hatten sich die BAK und der Bundesverband PTA (BVpta) auf ein gemeinsames Positionspapier geeinigt, das unter dem Motto ‐PTA stärken – Weiterqualifizierung ja, Vertretung nein‐ steht.

Der Präsident der Bundesapothekerkammer, Dr. Armin Hoffmann, betonte im Rahmen der Versammlung die Wichtigkeit dieser Grundsatzentscheidung. PTA seien überaus wertvolle Mitarbeitende, denen man in der öffentlichen Apotheke klare berufliche Entwicklungsmöglichkeiten mit einem definierten Kompetenzprofil bieten wolle.

Vorteile für Personal und Patienten

Die geplante Weiterbildungsoffensive soll gleich mehrere positive Effekte für das Gesundheitssystem mit sich bringen:

  • Steigerung der Attraktivität: Klare Aufstiegs- und Weiterbildungschancen machen den PTA-Beruf für junge Menschen und Quereinsteiger interessanter.
  • Ausbau von Dienstleistungen: Höher qualifiziertes Personal ermöglicht es den Apotheken, ihr Beratungs- und Serviceangebot für Patienten deutlich zu erweitern.
  • Einheitliche Standards: Eine bundesweit geregelte Qualifikation sorgt für ein konstant hohes Niveau in der Patientenversorgung, unabhängig vom Bundesland.

Da die Weiterbildung von PTA rechtlich nicht zu den originären Aufgaben der Landesapothekerkammern gehört, müssen die genauen Umsetzungsmöglichkeiten in den einzelnen Bundesländern nun ausgelotet werden. Dies geschieht unter Berücksichtigung der jeweiligen Heilberufs- und Kammergesetze. Dennoch ist das Signal eindeutig: Die Rolle der PTA in der Apotheke vor Ort wird in den kommenden Jahren fachlich massiv aufgewertet.

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