Notfallpläne für den Blackout: KV Brandenburg sichert ambulante Versorgung ab

Benedikt Hübenthal
Blackout-Vorsorge in Arztpraxen: KV Brandenburg erarbeitet Notfallplan

Der großflächige Stromausfall, der Berlin Anfang Januar dieses Jahres weitgehend lahmlegte, hat weitreichende Konsequenzen für das angrenzende Umland. Um auf ähnliche Krisenszenarien vorbereitet zu sein, erarbeitet die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) derzeit umfassende Notfallpläne für die ambulante medizinische Versorgung.

Ein Weckruf für das Gesundheitssystem

Ein langanhaltender Stromausfall – ein sogenannter Blackout – stellt insbesondere für das Gesundheitswesen eine massive Bedrohung dar. Ohne Elektrizität fallen nicht nur Licht und Heizung aus, sondern auch lebenswichtige medizinische Geräte, IT-Systeme zur Patientenverwaltung und die gesamte Kommunikationsinfrastruktur. Der Vorfall in der Hauptstadt hat eindrucksvoll gezeigt, wie schnell kritische Infrastrukturen an ihre Grenzen stoßen können.

KVBB-Vorstand kündigt konkrete Maßnahmen an

Auf der jüngsten Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg machte Vorstandsmitglied Holger Rostek deutlich, dass man die Vorfälle in Berlin sehr ernst nehme. Die KVBB arbeite mit Hochdruck an Strategien, um einen Totalausfall in der ambulanten Versorgung der Bürgerinnen und Bürger zu verhindern. Das Ziel ist es, selbst bei einem weitreichenden Infrastrukturkollaps eine medizinische Grundversorgung aufrechtzuerhalten.

Zentrale Punkte der Krisenvorsorge

  • Sicherstellung der Kommunikation: Aufbau von redundanten Kommunikationswegen zwischen Praxen, Notdiensten und Krankenhäusern, die auch ohne das reguläre Stromnetz funktionieren.
  • Notstromversorgung: Prüfung und Ausbau von Backup-Systemen und Generatoren für medizinische Schwerpunktpraxen.
  • Schutz vulnerabler Patienten: Besondere Konzepte für Menschen, die auf heimische medizinische Geräte wie Beatmungsmaschinen oder Dialyse angewiesen sind.

Was bedeutet das für Pflegebedürftige und Angehörige?

Für ambulante Pflegedienste und pflegende Angehörige ist die Initiative der KVBB ein wichtiges Signal. Gerade in der häuslichen Pflege ist eine funktionierende ärztliche Anbindung im Notfall überlebenswichtig. Wenn Hausärzte auch während eines Blackouts erreichbar und handlungsfähig bleiben, entlastet das die Notaufnahmen der Kliniken massiv und sichert die Versorgung von Pflegebedürftigen in den eigenen vier Wänden.

Experten raten Pflegebedürftigen und ihren Familien jedoch, sich ebenfalls auf mögliche Stromausfälle vorzubereiten. Dazu gehört es, wichtige Medikamente stets in ausreichender Menge vorrätig zu haben, batteriebetriebene Lichtquellen bereitzuhalten und Notfallkontakte auch analog – beispielsweise auf einem Zettel am Kühlschrank – zu notieren.

Die proaktive Planung der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg zeigt, dass die Sicherheit der Patienten höchste Priorität hat. Es bleibt zu hoffen, dass weitere Regionen diesem Beispiel folgen und ihre Krisenkonzepte für die ambulante Versorgung und Pflege auf den Prüfstand stellen.

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