RKI-Studie: Über 80 Prozent der Deutschen mit Gesundheitsinfos überfordert
Eine aktuelle Befragung des Robert-Koch-Instituts (RKI) deckt auf: Die überwiegende Mehrheit der Erwachsenen in Deutschland tut sich schwer damit, gesundheitsrelevante Informationen zu verstehen und richtig anzuwenden. Das geht aus den neuesten Daten des Panels „Gesundheit in Deutschland“ hervor, die kürzlich im Journal of Health Monitoring veröffentlicht wurden.
Was genau bedeutet Gesundheitskompetenz?
Laut dem RKI geht es bei der sogenannten Gesundheitskompetenz um die Fähigkeit, das nötige Wissen sowie die Motivation aufzubringen, um in verschiedenen Lebenslagen an verlässliche Gesundheitsinformationen zu gelangen. Diese müssen im Anschluss nicht nur verstanden, sondern auch kritisch bewertet und im Alltag angewendet werden, um gute Entscheidungen für die eigene Gesundheit zu treffen.
Die Wissenschaftler betonen dabei, dass eine niedrige Gesundheitskompetenz nicht nur als rein individuelles Defizit zu werten ist. Vielmehr spiegelt sie auch wider, wie hochkomplex und fordernd das moderne Gesundheitssystem für den einzelnen Bürger geworden ist.
Gravierende Folgen für Patienten und das System
Die Auswirkungen eines mangelnden Gesundheitswissens sind weitreichend. Wie die Arbeitsgruppe des RKI berichtet, führt eine geringe Gesundheitskompetenz in der Praxis häufig zu:
- Einem insgesamt schlechteren Gesundheitszustand
- Ungünstigerem Verhalten in Bezug auf die eigene Gesundheit
- Häufigeren Krankenhausaufenthalten
- Einer stärkeren Inanspruchnahme von Notfallambulanzen
- Gleichzeitig seltenerer Nutzung von wichtigen Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen
Alarmierende Zahlen: Über 80 Prozent betroffen
Für die repräsentative Auswertung wurden die Daten von 26.817 Personen ab 18 Jahren in Deutschland analysiert. Zur Messung kam die validierte deutsche Kurzfassung eines etablierten Befragungsinstruments zur Gesundheitskompetenz zum Einsatz. Hierbei schätzten die Teilnehmer auf einer vierstufigen Skala ein, wie schwer oder einfach es für sie ist, relevante Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen und anzuwenden.
Das Ergebnis ist besorgniserregend: Ganze 81,3 Prozent der Frauen und 81,0 Prozent der Männer fallen in die Kategorie „geringe allgemeine Gesundheitskompetenz“. Diese Zahlen unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf für Politik, Ärzte und Krankenkassen. Um die Patientenversorgung langfristig zu verbessern, müssen medizinische Informationen deutlich zugänglicher und verständlicher aufbereitet werden. Gleichzeitig sind Akteure im Gesundheitswesen gefordert, noch gezielter auf die Informationsbedürfnisse und das Verständnis der Patienten einzugehen.
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