Schutz vor Gewalt in Kliniken: Ministerin Bas setzt auf Deeskalation

Dominik Hübenthal
Gewalt im Krankenhaus: Arbeitsministerin Bas fordert Deeskalationstraining

Zunehmende Übergriffe auf medizinisches Personal

Immer häufiger sehen sich Pflegekräfte und Ärzte in ihrem Berufsalltag mit aggressiven oder gar gewalttätigen Patienten und Angehörigen konfrontiert. Um diesem alarmierenden Trend entgegenzuwirken, rücken präventive Maßnahmen verstärkt in den Fokus der Politik. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) informierte sich nun vor Ort über wirksame Strategien und besuchte Deeskalationstrainerinnen im BG Klinikum Duisburg.

Die Arbeitsministerin machte deutlich, wie wichtig der konsequente Schutz der Beschäftigten im Gesundheitswesen ist. Gleichzeitig warnte sie jedoch vor unrealistischen Lösungsansätzen, die den Klinikalltag negativ beeinflussen könnten.

Krankenhäuser sind keine Hochsicherheitstrakte

Laut Arbeitsministerin Bas sei es keine praktikable Lösung, jede medizinische Einrichtung vollkommen abzuschotten. Man könne ein Krankenhaus nicht wie einen Hochsicherheitstrakt mit dicken Mauern umgeben, betonte die SPD-Politikerin im Anschluss an ihren Besuch. Stattdessen setzt sie auf einen präventiven Ansatz: Neben baulichen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen seien vor allem gezielte Deeskalationstrainings ein äußerst wirkungsvolles Instrument im Umgang mit potenzieller Gewalt.

Erfolgsmodell Deeskalationstraining

Wie eine wachsende Zahl von Kliniken in Deutschland bietet auch das BG Klinikum spezielle Schulungen für sein Personal an. Bereits seit dem Jahr 2018 ist das Thema Gewaltprävention dort fest in den Strukturen verankert. In den praxisnahen Kursen lernen Pflegekräfte, Ärzte und das restliche Klinikpersonal, wie sie brenzlige Situationen frühzeitig erkennen und effektiv entschärfen können.

Zentrale Inhalte der Schulungen:

  • Kommunikation: Das gezielte und deeskalierende Ansprechen von emotional angespannten Patienten.
  • Körpersprache: Beruhigende Signale senden und gleichzeitig professionelle Sicherheit ausstrahlen.
  • Eigenschutz: Ausreichende Distanz wahren und im Ernstfall schnell und richtig reagieren.

Für die Mitarbeiter in den Notaufnahmen und auf den Stationen bedeuten diese regelmäßigen Trainings nicht nur ein Plus an physischer Sicherheit, sondern auch eine spürbare psychologische Entlastung. Es geht im Kern darum, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Respekt und professionelle Zusammenarbeit im Vordergrund stehen. Experten fordern nun, derartige Präventionskonzepte flächendeckend zu fördern, um den Pflegeberuf nachhaltig sicherer und attraktiver zu gestalten.

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