Tarif-Durchbruch am UKGM: Deutliches Gehaltsplus für 8.000 Klinikbeschäftigte
Nach intensiven Verhandlungen und jüngsten Warnstreiks gibt es endlich Gewissheit für die rund 8.000 nicht ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM). Die Gewerkschaft Verdi und die Klinikleitung haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt, der den Beschäftigten spürbare finanzielle Verbesserungen und mehr Planungssicherheit bringt. Gerade in Zeiten hoher Belastungen im Gesundheitswesen setzt dieser Abschluss ein wichtiges Zeichen für die Wertschätzung der essenziellen Arbeit in der Pflege und der klinischen Infrastruktur.
Die Eckpunkte des neuen Tarifvertrags im Überblick
Der erzielte Kompromiss sieht eine stufenweise Anhebung der Gehälter sowie eine rasche finanzielle Spritze vor. Laut Angaben der Gewerkschaft Verdi und der Klinikleitung können sich die Angestellten auf folgende Kernpunkte freuen:
- Schnelle Einmalzahlung: Als unmittelbare Entlastung erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Auszubildende bekommen 100 Euro.
- Erste Gehaltsstufe (Mai 2026): Die Einkommen steigen um 4,0 Prozent. Um gezielt die unteren Lohngruppen zu stärken, wurde ein Mindestbetrag von 110 bis 125 Euro vereinbart.
- Zweite Gehaltsstufe (Mai 2027): Im darauffolgenden Jahr folgt ein weiteres Lohnplus von 2,5 Prozent, hierbei gilt ein garantierter Mindestbetrag von 100 Euro.

Deutliche Aufwertung für Schichtdienst und Hebammen
Neben den prozentualen Lohnsteigerungen lag ein besonderer Fokus der Verhandlungen auf den stark belastenden Arbeitsbedingungen. Wer im Krankenhaus im Schichtdienst arbeitet, kennt die enormen physischen und psychischen Herausforderungen. Um dieses Engagement besser zu honorieren, wird eine neue Wechselschichtzulage in Höhe von 250 Euro pro Monat eingeführt.
Eine besonders erfreuliche Nachricht gibt es zudem für die Hebammen an den beiden Klinikstandorten: Durch eine höhere tarifliche Einstufung erhalten sie künftig bis zu 450 Euro mehr im Monat. Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Servicegesellschaften gibt es positive Neuigkeiten, da der neue Tarifvertrag nun eine jährliche Sonderzahlung für sie verankert.
Ein Kompromiss mit Signalwirkung für die Pflege
Die Gewerkschaft Verdi bewertet die Einigung als einen vertretbaren Kompromiss, der nicht zuletzt durch die hohe Streikbereitschaft der Belegschaft in den vergangenen Wochen ermöglicht wurde. Auch die Klinikleitung sieht in dem Abschluss einen elementaren Schritt, um die Attraktivität des Universitätsklinikums als Arbeitgeber in der hart umkämpften Gesundheitsbranche zu sichern und auszubauen.
Für die Pflegekräfte, Therapeuten und das Servicepersonal bedeutet der Abschluss vor allem eines: Die anstrengenden Streikwochen sind beendet. Der Fokus kann nun wieder voll und ganz auf die wichtige Arbeit am Patienten gerichtet werden – diesmal jedoch unter faireren und zukunftssicheren finanziellen Rahmenbedingungen.
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