Tiefpunkt erreicht: Das Vertrauen in unser Gesundheitssystem bricht dramatisch ein

Djamal Sadaghiani
DAK-Umfrage: Vertrauen in das deutsche Gesundheitssystem sinkt rapide

Die Unzufriedenheit der Bürger mit der medizinischen Versorgung in Deutschland wächst spürbar. Eine aktuelle Erhebung zeigt alarmierende Werte: Das Vertrauen in die Gesundheitspolitik hat den tiefsten Stand seit über einem Jahrzehnt erreicht.

Der freie Fall der Zufriedenheit

Lange Zeit galt das deutsche Gesundheitssystem als eines der besten der Welt – und die Bevölkerung sah das ähnlich. Über ein Jahrzehnt lang lagen die Zufriedenheitswerte konstant bei über 80 Prozent. Doch diese Zeiten scheinen endgültig vorbei zu sein. Wie aus dem aktuellen Gesundheitsmonitor, einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit, hervorgeht, bewerten derzeit nur noch 62 Prozent der Befragten die Gesundheitsversorgung als sehr gut oder gut. Seit dem Jahr 2022 zeigt die Kurve steil nach unten.

Auf der anderen Seite wächst das Lager der Kritiker: Rund 35 Prozent der Bürger empfinden die Versorgung mittlerweile als nicht so gut oder gar nicht gut. Dieser Negativtrend spiegelt sich auch in den direkten Berührungspunkten mit dem System wider.

Persönliche Erfahrungen prägen das Bild

Die sinkenden Imagewerte kommen nicht von ungefähr, sondern basieren zunehmend auf konkreten Erlebnissen im Praxis- oder Klinikalltag:

  • Rund 35 Prozent der Befragten gaben an, in den vergangenen zwei bis drei Jahren eher schlechtere persönliche Erfahrungen mit der ärztlichen Versorgung gemacht zu haben.
  • Lediglich ein Drittel der Bürger hat noch einen uneingeschränkt guten Eindruck von den deutschen Krankenhäusern.
  • Nur 5 Prozent berichten von positiveren Erlebnissen in der jüngsten Vergangenheit.

Angst vor der Zwei-Klassen-Medizin

Besonders besorgniserregend ist der Blick in die Zukunft. Die Mehrheit der Bevölkerung blickt pessimistisch auf die kommende Dekade. 59 Prozent der Menschen erwarten, dass sich die Gesundheitsversorgung in den nächsten zehn Jahren weiter verschlechtern wird. Die größten Sorgenkinder der Bürger sind dabei stetig steigende Kosten und die drohende Verfestigung einer Zwei-Klassen-Medizin, bei der die Qualität der Behandlung zunehmend vom Geldbeutel abhängt.

Politik unter enormem Zugzwang

Die Unzufriedenheit richtet sich mittlerweile direkt gegen die politischen Entscheidungsträger. 61 Prozent der Bevölkerung haben keinen guten Eindruck von der aktuellen Gesundheitspolitik – das ist der schlechteste gemessene Wert seit dem Jahr 2009. Zwar sind zwei Drittel der Bürger fest davon überzeugt, dass das System umfassend reformiert werden muss, doch der Glaube an eine tatsächliche Umsetzung fehlt. Die Mehrheit geht nicht davon aus, dass es in absehbarer Zeit zu echten, tiefgreifenden Gesundheitsreformen kommen wird.

Die DAK-Gesundheit findet für diese Entwicklung deutliche Worte. Laut dem Vorstandschef der Krankenkasse sei das deutsche Gesundheitssystem regelrecht krank. Wenn die Zufriedenheit der Menschen den tiefsten Stand seit 15 Jahren erreiche, müssten umgehend wirkungsvolle Therapien eingeleitet werden, um das Vertrauen der Patienten zurückzugewinnen.

Fest steht: Der Handlungsdruck auf die Verantwortlichen wächst immens. Ohne spürbare Verbesserungen im Versorgungsalltag droht das einst so hochgelobte System seinen wichtigsten Rückhalt zu verlieren – das Vertrauen der Patienten.

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