Tödliche Infektion: Mensch stirbt in Bayern an seltenem Borna-Virus
Ein tragischer Vorfall in Bayern ruft aktuell die Gesundheitsbehörden auf den Plan: Im Raum Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu ist ein Mensch nachweislich an den Folgen einer Infektion mit dem gefährlichen Borna-Virus (BoDV-1) verstorben. Obwohl Infektionen mit diesem Erreger beim Menschen äußerst selten vorkommen, enden sie in der Regel tödlich. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf ein oft unterschätztes Risiko im ländlichen Raum.
Das Borna-Virus: Selten, aber extrem gefährlich
Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) ist ein Erreger, der eine schwere und zumeist tödliche Gehirnentzündung (Enzephalitis) auslösen kann. Deutschlandweit werden jährlich nur etwa zwei bis sieben Fälle registriert – rund 90 Prozent davon treten in Bayern auf. Trotz der geringen Fallzahlen weisen Experten darauf hin, dass die Dunkelziffer möglicherweise höher liegt, da die Krankheit in der Vergangenheit schwer zu diagnostizieren war.
Die Feldspitzmaus als unsichtbarer Überträger
Als natürlicher Wirt des Virus gilt die Feldspitzmaus. Dieser scheue, nachtaktive Insektenfresser trägt das Virus in sich, ohne selbst daran zu erkranken. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) meist unbemerkt. Infizierte Tiere scheiden das Virus über Speichel, Urin und Kot aus. Trocknen diese Ausscheidungen, kann das Virus über aufgewirbelten Staub in die Atemwege des Menschen gelangen – etwa beim Auskehren von Schuppen, Garagen oder Dachböden.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch oder durch infizierte Haustiere wie Hunde und Katzen ist nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand ausgeschlossen.
Von harmlosen Symptomen zur lebensbedrohlichen Enzephalitis
Die Tücke des Borna-Virus liegt in den anfangs völlig unspezifischen Beschwerden. Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit können Wochen bis Monate vergehen.
- Frühstadium: Die Erkrankung beginnt oft wie eine gewöhnliche Grippe mit Fieber, Kopfschmerzen und einem allgemeinen Krankheitsgefühl.
- Neurologische Phase: Innerhalb weniger Tage greift das Virus das zentrale Nervensystem an. Es kommt zu Verhaltensauffälligkeiten, Sprach- und Gangstörungen sowie Orientierungslosigkeit.
- Endstadium: Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine massive Gehirnentzündung. Die Patienten fallen ins Koma. Eine spezifische Therapie oder eine Impfung existiert bislang nicht, weshalb die Infektion fast immer tödlich verläuft.
So schützen Sie sich vor einer Infektion
Da es keine medizinische Behandlung gibt, ist Prävention der einzige wirksame Schutz. Gesundheitsämter und das LGL raten dringend dazu, im ländlichen Raum entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen:
- Vermeiden Sie den direkten Kontakt mit lebenden oder toten Spitzmäusen.
- Tragen Sie bei staubaufwirbelnden Arbeiten in Schuppen, Kellern oder auf Dachböden stets eine Feinstaubmaske (FFP2 oder FFP3) sowie enganliegende Gummihandschuhe.
- Entsorgen Sie tote Tiere niemals mit bloßen Händen, sondern nutzen Sie eine umgestülpte Plastiktüte und werfen Sie diese gut verschlossen in den Hausmüll.
- Reinigen Sie nach solchen Arbeiten gründlich Ihre Hände, duschen Sie und waschen Sie die getragene Kleidung.
Die zuständigen Behörden im Unterallgäu ermitteln derzeit den genauen Infektionsweg des aktuellen Falles. Für die Allgemeinheit besteht nach Angaben der Experten keine akute Pandemiegefahr, jedoch wird zu erhöhter Wachsamkeit bei Reinigungsarbeiten im häuslichen und landwirtschaftlichen Umfeld geraten.
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