Tödlicher Virus-Alarm: Weltweite Suche nach Kreuzfahrt-Passagieren

Dominik Hübenthal
Hantavirus auf der Hondius: Weltweite Suche nach Passagieren

Ein tödlicher Ausbruch des Hantavirus auf dem Expeditionskreuzfahrtschiff „Hondius“ hält internationale Gesundheitsbehörden in Atem. Während das Schiff mit den verbleibenden Passagieren und der Crew unter strengen Auflagen isoliert wurde, läuft im Hintergrund eine beispiellose Suchaktion: 29 Passagiere hatten das Schiff nach dem ersten Todesfall bei einem Zwischenstopp verlassen und sind in ihre Heimatländer gereist – darunter auch nach Deutschland.

Die Tragödie auf der „Hondius“

Was als atemberaubende Naturreise in polare Gewässer begann, entwickelte sich zu einem medizinischen Ausnahmezustand. Die „Hondius“, betrieben vom niederländischen Reiseveranstalter Oceanwide Expeditions, startete ihre Route ursprünglich in Argentinien. Bereits Mitte April verstarb der erste Passagier an Bord. Inzwischen hat die mysteriöse Krankheitswelle drei Menschenleben gefordert, darunter das eines deutschen Staatsbürgers sowie eines niederländischen Ehepaares.

Das Schiff, das zeitweise vor den Kapverden vor Anker lag, befindet sich nun unter strengen Quarantäne- und Isolationsmaßnahmen auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln. An Bord gilt die höchste Warnstufe des internen Notfallplans. Um die medizinische Versorgung sicherzustellen, wurden eigens Infektiologen auf das Schiff eingeflogen.

Behörden suchen 29 abgereiste Passagiere

Die größte Sorge der Gesundheitsämter gilt derzeit der möglichen Ausbreitung des Virus an Land. Wie Oceanwide Expeditions mitteilte, verließen 29 Reisende das Schiff bei einem planmäßigen Halt, nachdem der erste Todesfall bereits eingetreten war. Diese Personen stammen aus rund zwölf verschiedenen Nationen.

  • Internationale Warnung: Die Passagiere reisten unter anderem nach Deutschland sowie in die Schweiz zurück.
  • Kontaktverfolgung: Gesundheitsbehörden weltweit arbeiten mit Hochdruck daran, diese Personen ausfindig zu machen, um sie auf Symptome zu testen und Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen.

Das seltene Andes-Virus: Von Mensch zu Mensch übertragbar

Laboruntersuchungen haben bestätigt, dass es sich bei dem Erreger um das sogenannte Andes-Virus handelt. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des niederländischen Instituts für Volksgesundheit und Umwelt (RIVM) unterscheidet sich dieser Virenstamm massiv von den in Europa heimischen Hantaviren. Während Hantaviren normalerweise nur durch den Kontakt mit Ausscheidungen von Nagetieren übertragen werden, ist das in Südamerika beheimatete Andes-Virus die einzige bekannte Variante, die auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden kann – insbesondere bei engem Kontakt.

Die potenziell schwere Ausprägung der Symptome, die von hohem Fieber bis hin zu akutem Lungenversagen reichen, macht schnelles Handeln unabdingbar. Mehrere schwer erkrankte Personen mussten bereits mit Spezialflugzeugen in europäische und südafrikanische Kliniken evakuiert werden.

Aufruf zur Wachsamkeit

Für die verbliebenen rund 150 Menschen an Bord der „Hondius“ bleibt die Lage angespannt, auch wenn sich die Situation laut dem Veranstalter stabilisiert hat. Für die gesuchten 29 Passagiere in Deutschland und anderen Ländern gilt der dringende Appell der Gesundheitsbehörden, sich umgehend zu melden und bei möglichen grippeähnlichen Symptomen oder Atemwegsbeschwerden sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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