WHO schlägt Alarm: West-Nil-Fieber breitet sich in Südeuropa aus
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft zur erhöhten Wachsamkeit auf: In Südeuropa steigen die Fallzahlen des gefährlichen West-Nil-Fiebers derzeit stark an. Laut dem WHO-Regionalbüro für Europa verzeichnen insbesondere beliebte Urlaubsländer wie Griechenland und Italien eine besorgniserregende Zunahme an Infektionen. Da die Krankheitssaison gerade erst begonnen hat, rechnen Gesundheitsexperten in den kommenden Wochen mit weiteren Ausbrüchen.
Steigende Fallzahlen in beliebten Urlaubsregionen
Die aktuellen Zahlen der Gesundheitsbehörden zeichnen ein klares Bild. Allein in Griechenland wurden laut offiziellen Angaben innerhalb einer Woche 14 neue Erkrankungen bestätigt, womit die Gesamtzahl auf 21 Fälle kletterte. Besorgniserregend ist dabei die Schwere der Verläufe: Ein Großteil der Betroffenen musste im Krankenhaus behandelt werden, einige sogar auf der Intensivstation. Auch aus Italien meldet die WHO bereits 21 bestätigte Fälle, die sich über 17 Regionen erstrecken. Weitere Infektionen wurden unter anderem in Spanien und Rumänien registriert.
Was ist das West-Nil-Fieber und wie wird es übertragen?
Das West-Nil-Virus stammt ursprünglich aus Afrika, hat sich aber durch Zugvögel und klimatische Veränderungen längst im europäischen Mittelmeerraum etabliert. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den Stich infizierter Stechmücken, insbesondere durch die weit verbreitete Culex-Mücke. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
Symptome und Risikogruppen: Darauf müssen Sie achten
Für die meisten Menschen verläuft eine Infektion harmlos. Etwa 80 Prozent der Infizierten zeigen keinerlei Symptome. Bei den restlichen 20 Prozent entwickelt sich das sogenannte West-Nil-Fieber. Zu den typischen Beschwerden gehören:
- Plötzlich einsetzendes Fieber und Schüttelfrost
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Abgeschlagenheit und extreme Müdigkeit
- In einigen Fällen ein knotig-fleckiger Hautausschlag
- Geschwollene Lymphknoten
Lebensgefahr für Senioren und Pflegebedürftige
Besonders alarmierend für die Zielgruppe der Pflege und Betreuung: In unter einem Prozent der Fälle kommt es zu schweren, neuroinvasiven Verläufen wie einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung (Meningitis oder Enzephalitis). Laut Gesundheitsexperten sind hiervon vor allem ältere Menschen, chronisch Kranke und Personen mit einem geschwächten Immunsystem betroffen. Für diese Risikogruppen kann die Infektion lebensbedrohliche Ausmaße annehmen und dauerhafte neurologische Schäden hinterlassen oder sogar tödlich enden.
So schützen Sie sich und Ihre Angehörigen
Da es bislang weder eine Impfung noch eine spezifische medikamentöse Therapie gegen das West-Nil-Virus gibt, ist die Prävention der wichtigste Schutz. Wenn Sie oder Ihre pflegebedürftigen Angehörigen in betroffene Regionen reisen, sollten folgende Vorsichtsmaßnahmen konsequent umgesetzt werden:
- Mückenschutzmittel: Verwenden Sie regelmäßig Repellents (Insektenschutzsprays), die nachweislich gegen Mücken wirken, und frischen Sie den Schutz regelmäßig auf.
- Schützende Kleidung: Tragen Sie in den Dämmerungs- und Abendstunden lange, helle Kleidung, um die Angriffsfläche für Mücken zu minimieren.
- Mückennetze: Schlafen Sie unter intakten Moskitonetzen und bringen Sie Fliegengitter an Fenstern und Türen an.
- Brutstätten vermeiden: Mücken legen ihre Eier in stehenden Gewässern ab. Vermeiden Sie die Nähe zu Pfützen, Regentonnen oder unbewegten Wasserstellen.
Auch in Deutschland ist das Virus mittlerweile heimisch geworden, vorwiegend in den ostdeutschen Bundesländern. Zwar ist das Risiko einer Infektion hierzulande noch vergleichsweise gering, doch auch hier gilt: Ein guter Mückenschutz ist im Sommer unerlässlich, um sich und besonders vulnerable Personen vor ernsthaften Erkrankungen zu bewahren.
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