Wiederverwendbare Katheter: Neue Studie belegt Sicherheit im Pflegealltag

Djamal Sadaghiani
Wiederverwendbare Katheter: Sicher & nachhaltig in der Pflege

Für viele Menschen mit Blasenentleerungsstörungen gehört der intermittierende Katheterismus zum festen Bestandteil ihres Alltags. Bislang galten Einmalkatheter als der unangefochtene Goldstandard, um das Risiko von Infektionen so gering wie möglich zu halten. Doch ein aktueller Paradigmenwechsel zeichnet sich ab: Eine neue wissenschaftliche Untersuchung bringt nun Bewegung in die pflegerische Praxis und zeigt, dass nachhaltigere Alternativen keineswegs mit gesundheitlichen Abstrichen einhergehen müssen.

Gleiche Sicherheit bei deutlich geringerem Materialaufwand

Laut einer aktuellen Studie der University of Southampton, die im renommierten Fachmagazin International Journal of Nursing Studies veröffentlicht wurde, erweisen sich wiederverwendbare Katheter als ebenso sicher wie die herkömmlichen Einmalprodukte. Das Forschungsteam um die Wissenschaftlerin Mandy Fader konnte belegen, dass die mehrfache Nutzung von speziell dafür vorgesehenen Kathetern das Risiko für Harnwegsinfektionen nicht erhöht.

Diese Erkenntnis ist besonders wertvoll, da die Angst vor bakteriellen Infektionen der Harnwege bislang das stärkste Argument für den ausschließlichen Gebrauch von Einmalartikeln war. Die Ergebnisse der weitreichenden Untersuchung dürften somit nicht nur bei medizinischem Fachpersonal, sondern auch bei pflegenden Angehörigen und betroffenen Patienten für Aufatmen sorgen.

Ein Gewinn für Umwelt und das Gesundheitssystem

Der massenhafte Einsatz von Einmalkathetern verursacht weltweit enorme Mengen an medizinischem Plastikmüll. Der Wechsel zu wiederverwendbaren Modellen birgt daher ein gewaltiges Potenzial für das gesamte Gesundheitswesen:

  • Nachhaltigkeit: Die drastische Reduktion von Plastikabfällen schont die Umwelt erheblich und reduziert den CO2-Fußabdruck im Pflegesektor.
  • Kostenersparnis: Langfristig können Krankenkassen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen durch den signifikant geringeren Materialverbrauch immense Kosten senken.
  • Versorgungssicherheit: Lieferengpässe bei Medizinprodukten, wie sie in der Vergangenheit immer wieder den Pflegealltag erschwert haben, lassen sich durch Mehrweg-Alternativen deutlich besser abfedern.

Was bedeutet das für die Praxis?

Für den pflegerischen Alltag – sei es in der stationären Einrichtung, durch ambulante Pflegedienste oder bei der häuslichen Pflege – könnten diese neuen Erkenntnisse eine spürbare Erleichterung bedeuten. Voraussetzung für die sichere Anwendung bleibt jedoch eine korrekte, hygienische und konsequente Reinigung der Medizinprodukte nach den strengen Vorgaben der Hersteller.

Pflegeexperten gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren entsprechende Schulungskonzepte für Pflegekräfte und Patienten angepasst werden müssen, um den Übergang zu umweltfreundlicheren Kathetern fließend und sicher zu gestalten. Die Studie aus Southampton liefert hierfür nun das essenzielle wissenschaftliche Fundament und beweist eindrucksvoll: Nachhaltige Pflege und höchste Patientensicherheit schließen sich nicht aus.

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