Alarmierende Studie: 61 Prozent der Beschäftigten fürchten Burn-out

Djamal Sadaghiani
Studie 2026: 61 Prozent der Beschäftigten sind Burn-out-gefährdet | PflegeHelfer24

Die ständige Überforderung und anhaltende Belastungen im Berufsalltag fordern einen hohen Tribut: Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass die psychische Erschöpfung bei Berufstätigen in Deutschland ein alarmierendes Niveau erreicht hat. Besonders in ohnehin stark beanspruchten Branchen wie der Pflege läuten bei diesen Zahlen die Alarmglocken.

61 Prozent sehen sich akut gefährdet

Laut der repräsentativen Studie „Arbeiten 2025“ der Krankenkasse Pronova BKK schätzen 61 Prozent der Beschäftigten ihr eigenes Burn-out-Risiko als mittel oder sogar hoch ein. Damit verharrt die psychische Belastung im Arbeitsalltag weiterhin auf dem extrem hohen Niveau, das sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet hat. Für die Erhebung wurden bundesweit über 1.200 Beschäftigte befragt.

Die Folgen dieser Dauerbelastung sind in den Betrieben längst spürbar: Jeder dritte Befragte hat demnach bereits eigene Erfahrungen mit einem Burn-out gemacht. Bei Kolleginnen und Kollegen haben sogar 40 Prozent diesen kritischen Erschöpfungszustand beobachtet.

Bürokratie und unfaire Aufgabenverteilung als Stresstreiber

Die Ursachen für die psychische Überlastung sind vielschichtig, doch strukturelle Probleme stechen deutlich hervor. Die Studie identifiziert konkrete Faktoren, die den Druck auf die Belegschaften massiv erhöhen:

  • Unfaire Aufgabenverteilung: 32 Prozent der Befragten geben an, dass eine unausgewogene Verteilung der Arbeit heute deutlich mehr Stress auslöst als noch vor fünf Jahren.
  • Bürokratie-Wahnsinn: 26 Prozent fühlen sich durch immer komplexere bürokratische und rechtliche Anforderungen erdrückt.
  • Ständige Erreichbarkeit: Ebenfalls 26 Prozent leiden unter dem Druck, permanent verfügbar sein zu müssen.

Besonders für Pflegekräfte und medizinisches Personal sind diese Punkte ein täglicher Begleiter. Der chronische Personalmangel führt auf den Stationen und in der ambulanten Pflege zwangsläufig zu einer Verdichtung der Arbeit. Wenn dann noch ausufernde Dokumentationspflichten und das ständige Einspringen an freien Tagen hinzukommen, ist der Weg in die totale Erschöpfung oft vorgezeichnet.

Schleichende Gefahr: Warnsignale nicht ignorieren

Ein Burn-out tritt selten über Nacht auf. Wirtschaftspsychologen und Resilienz-Experten der Pronova BKK warnen davor, dass sich die Erschöpfung meist schleichend entwickelt. Genau das macht das Syndrom so gefährlich. Zu den typischen Warnsignalen, die von Betroffenen häufig lange ignoriert oder verdrängt werden, zählen:

  • Körperliche und emotionale Erschöpfung
  • Anhaltende Schlafstörungen
  • Häufige Kopf- und Rückenschmerzen
  • Spürbar verminderte Leistungsfähigkeit und Konzentrationsschwäche

Experten raten dringend dazu, frühzeitig gegenzusteuern, wenn mehrere dieser Symptome über Wochen oder Monate hinweg auftreten. Wer die Signale des eigenen Körpers übergeht, riskiert langfristige gesundheitliche Schäden und monatelange Ausfallzeiten.

Das Paradoxon der Gen Z: Stress durch Unterforderung

Neben der klassischen Überlastung deckt die Studie ein weiteres, oft unterschätztes Phänomen auf, das vor allem die jüngere Generation betrifft: den sogenannten Bore-out. Diese Form der psychischen Erschöpfung entsteht durch anhaltende, starke Unterforderung oder Langeweile am Arbeitsplatz. Rund die Hälfte der Befragten hat dieses Phänomen bereits an sich selbst oder im Kollegenkreis bemerkt. Es zeigt, dass nicht nur ein Zuviel an Arbeit, sondern auch ein Mangel an sinnstiftenden und fordernden Aufgaben die mentale Gesundheit massiv gefährden kann.

Ein Weckruf für Arbeitgeber

Die Ergebnisse der Untersuchung sind ein unmissverständlicher Handlungsauftrag an die Arbeitgeber. Um die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen und dem Fachkräftemangel – insbesondere im Pflege- und Gesundheitssektor – entgegenzuwirken, müssen Arbeitsbedingungen dringend verbessert werden. Eine faire Dienstplangestaltung, der konsequente Abbau von überflüssiger Bürokratie und das Respektieren von Ruhezeiten sind keine Luxusforderungen, sondern essenzielle Bausteine für ein gesundes Arbeitsumfeld.

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