Alarmierende Studie: Immer mehr Jugendliche greifen zu Vapes und Zigaretten

Benedikt Hübenthal
AOK warnt: Raucherquote bei Jugendlichen steigt drastisch an

Pünktlich zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai schlägt der AOK-Bundesverband Alarm. Die neuesten Zahlen der aktuellen Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit zeichnen ein besorgniserregendes Bild: Nach Jahren des Rückgangs greifen Jugendliche in Deutschland wieder deutlich häufiger zu Nikotinprodukten.

Mädchen und E-Zigaretten treiben die Zahlen in die Höhe

Laut der Studie rauchte im Jahr 2025 fast jeder zehnte Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren. Mit 9,6 Prozent liegt der Wert massiv über den 6,1 Prozent aus dem Jahr 2021. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei jungen Frauen: Bei den Mädchen kletterte der Anteil der Raucherinnen innerhalb von nur zwei Jahren von 6,4 Prozent (2023) auf erschreckende 9,3 Prozent.

Doch nicht nur die klassische Zigarette feiert ein trauriges Comeback. Ein massiver Treiber dieser Entwicklung ist das sogenannte Vapen. Der Konsum von Einweg-E-Zigaretten ist förmlich explodiert. Bei den männlichen Jugendlichen stieg die Quote seit 2021 von 2,9 auf 6,7 Prozent, bei den weiblichen sogar von 1,8 auf 7,8 Prozent.

Die Strategie der Tabakindustrie: Bunt, süß und gefährlich

Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, sieht den Grund für diese Entwicklung in gezielten Umgehungsstrategien der Tabakindustrie. Anstatt auf klassischen Tabak zu setzen, wird der Markt mit trendigen E-Zigaretten überflutet. Diese sogenannten Vapes locken mit süßen Aromen und einem frischen, scheinbar harmlosen Image. Doch der Schein trügt, denn auch sie enthalten in der Regel den stark abhängig machenden Suchtstoff Nikotin.

Zusätzlich etablieren sich neue Produkte, die den Nikotinkonsum noch unauffälliger und alltagstauglicher machen sollen. Dazu zählen unter anderem:

  • Snus: Oral aufzunehmende Tabakprodukte, die unter die Lippe geklemmt werden.
  • Nikotin-Pouches: Tabakfreie Nikotinbeutel, die ähnlich wie Snus konsumiert werden.

Laut der AOK arbeitet die Industrie gezielt daran, völlig neue Routinen des Rauchens und Konsumierens aufzubauen, um junge Zielgruppen frühzeitig in die Abhängigkeit zu führen.

Deutschland hinkt beim Nichtraucherschutz hinterher

Um die gesundheitspolitischen Erfolge der vergangenen Jahrzehnte nicht wieder zunichtezumachen, fordert der AOK-Bundesverband nun ein hartes Durchgreifen der Politik. Ein zentraler Baustein müsse dabei eine deutlich höhere Lenkungssteuer sein, die sowohl alte als auch neue Tabak- und Nikotinprodukte unattraktiver macht.

Während andere Nationen den Tabakkonsum durch umfassende und konsequente Maßnahmenpakete bereits effektiv eindämmen, verlässt sich Deutschland laut der AOK-Chefin noch zu sehr auf kleine, isolierte Schritte. Der enorme Nachholbedarf beim Nichtraucherschutz müsse nun dringend angegangen werden, um die junge Generation vor den gravierenden gesundheitlichen Folgen der Nikotinsucht zu bewahren.

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