Brandenburgs christliche Kliniken fordern finanzielle Garantien vor der Krankenhausreform
Die bevorstehende Krankenhausreform sorgt bei den christlichen Krankenhäusern in Brandenburg für erhebliche Unruhe. Um das wirtschaftliche Überleben in einer ohnehin angespannten Lage zu sichern, fordern die Träger nun dringend verlässliche Rahmenbedingungen. Im Zentrum der Forderungen stehen ein dauerhafter finanzieller Ausgleich für die massiven Inflations- und Tarifsteigerungen sowie Klarheit über die künftige Aufgabenverteilung der Kliniken.
Wirtschaftliches Überleben ohne kommunale Zuschüsse
Der „Verbund christlicher Kliniken Brandenburg“, der 15 evangelische und katholische Krankenhäuser umfasst, versorgt jährlich rund 185.000 Patientinnen und Patienten. Doch die wirtschaftliche Basis wackelt. Alexander Mommert, Regionalgeschäftsführer der Alexianer, machte auf einer Landespressekonferenz deutlich, dass die freigemeinnützigen Häuser gegenüber kommunalen Einrichtungen stark benachteiligt seien. Während defizitäre kommunale Krankenhäuser häufig durch Zuschüsse von Städten und Kreisen gerettet werden, entfällt dieses Sicherheitsnetz für christliche Träger komplett.
Zwar habe ein im November 2025 eingeführter Rechnungsaufschlag von 3,45 Prozent eine kurzfristige Linderung verschafft, doch diese Regelung läuft bereits im Oktober dieses Jahres aus. Daher wird eine verlässliche Preisregelung gefordert, die über das Jahr 2026 hinaus Bestand hat.
Unklarheit bei den Leistungsgruppen bremst Transformation
Die geplante Krankenhausreform, deren Anpassungsgesetz in Kürze im Bundesrat verhandelt wird, wird von den christlichen Trägern im Grundsatz unterstützt. Die Notwendigkeit für strukturelle Veränderungen wird anerkannt. Allerdings warnt der Klinikverbund davor, dass eine solch massive Transformation ohne eine stabile Finanzierung schlichtweg unmöglich sei.
Ein massives Problem stellt die anhaltende Unklarheit über die künftigen Leistungsgruppen dar. Viele Kliniken wissen aktuell nicht, welche medizinischen Leistungen sie in Zukunft überhaupt noch anbieten dürfen. Das führt zu einem gefährlichen Vakuum, in dem die Krankenhäuser ihre Rolle im künftigen Versorgungssystem Brandenburgs nicht verlässlich planen können.
Besonderer Schutz für sensible Bereiche gefordert
Zusätzlich pochen die Klinikbetreiber auf einen besonderen Schutz für strukturell unverzichtbare, aber wirtschaftlich extrem herausfordernde Abteilungen. Dazu zählen insbesondere:
- Die Geburtshilfe
- Die Kinder- und Jugendmedizin
Diese Bereiche seien für die Daseinsvorsorge in der Region von essenzieller Bedeutung und dürften im Zuge der Reformierungsmaßnahmen nicht dem Rotstift zum Opfer fallen.
Die Zeit drängt, denn ohne rasche politische Zusagen und eine verlässliche Perspektive droht vielen Einrichtungen in freigemeinnütziger Trägerschaft ein unkalkulierbares finanzielles Risiko – mit direkten Auswirkungen auf die Patientenversorgung in Brandenburg.
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