Hörgeräte mit Bluetooth: Einfache Verbindung mit TV und Smartphone

Hörgeräte mit Bluetooth: Einfache Verbindung mit TV und Smartphone

Moderne Hörgeräte mit Bluetooth

Die Diagnose Schwerhörigkeit ist für viele Menschen zunächst ein Einschnitt, doch die moderne Medizintechnik hat in den vergangenen Jahren rasante Fortschritte gemacht. Vorbei sind die Zeiten, in denen Hörhilfen klobige, pfeifende Apparate waren, die lediglich alle Umgebungsgeräusche unnatürlich laut verstärkt haben. Heute sind wir im Zeitalter der Smart Hearing Devices angekommen. Hörgeräte mit Bluetooth haben sich als absoluter Standard etabliert und revolutionieren den Alltag von Senioren und Menschen mit Hörminderung. Sie sind winzige, hochleistungsfähige Computer am Ohr, die sich nahtlos in unsere digitale Welt einfügen.

Die Möglichkeit, das Hörsystem kabellos mit dem Smartphone, dem Fernseher oder dem Tablet zu verbinden, bietet einen enormen Gewinn an Lebensqualität. Telefonate werden direkt in beide Ohren übertragen, der Fernsehton erklingt in kristallklarer Qualität ohne störende Nebengeräusche, und die Lautstärke lässt sich diskret über eine App steuern. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie über Bluetooth-Hörgeräte wissen müssen: Von der einfachen Einrichtung über die Auswahl des richtigen Modells bis hin zu den Kosten und Zuschüssen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Ältere Dame telefoniert fröhlich mit einem Smartphone, unauffälliges modernes Hörgerät am Ohr deutlich sichtbar

Bluetooth-Hörgeräte erleichtern das Telefonieren im Alltag enorm

Warum Bluetooth-Hörgeräte den Alltag von Senioren verändern

Ein unbehandelter Hörverlust führt häufig zu sozialer Isolation. Gespräche in größeren Runden werden anstrengend, das Telefonklingeln wird überhört, und beim gemeinsamen Fernsehabend mit der Familie gibt es oft Streit um die Lautstärke. Genau hier setzen Hörgeräte mit Bluetooth-Technologie an. Sie lösen diese alltäglichen Probleme durch direkte, kabellose Audioübertragung.

Die traditionelle Arbeitsweise eines Hörgeräts besteht darin, Schall über Mikrofone aufzunehmen, ihn digital zu verarbeiten und über einen kleinen Lautsprecher in den Gehörgang abzugeben. Dabei wird unweigerlich auch Raumhall oder Hintergrundlärm mit aufgenommen. Eine Bluetooth-Verbindung umgeht diesen akustischen Umweg. Das Audiosignal – sei es die Stimme des Anrufers oder der Ton des Nachrichtensprechers im Fernsehen – wird digital und verlustfrei direkt in die Hörgeräte gestreamt. Das Ergebnis ist ein klares, reines Klangbild, das dem Hören mit hochwertigen Kopfhörern gleicht, jedoch individuell auf Ihren persönlichen Hörverlust abgestimmt ist.

  • Besseres Sprachverstehen beim Telefonieren: Der Ton kommt auf beiden Ohren (binaural) an, was das Gehirn entlastet und das Verstehen deutlich verbessert.

  • Entspanntes Fernsehen: Sie können die Lautstärke des Fernsehers für sich anpassen, während Ihre Angehörigen die normale Raumlautstärke genießen.

  • Diskrete Bedienung: Über eine Smartphone-App können Sie Programme wechseln oder die Lautstärke anpassen, ohne auffällig an den Geräten hinter dem Ohr hantieren zu müssen.

  • Navigationsansagen und Musik: Lassen Sie sich beim Autofahren oder Spazierengehen die Route direkt ins Ohr flüstern oder hören Sie Ihre Lieblingsmusik in bester Qualität.

Die technische Grundlage: Wie funktioniert Bluetooth im Hörgerät?

Um die Vorteile optimal nutzen zu können, ist es hilfreich, die zugrunde liegende Technik grundlegend zu verstehen. Bluetooth ist ein weltweiter Industriestandard für die Datenübertragung per Funk über kurze Distanzen. Bei Hörgeräten kommen jedoch spezielle, energiesparende Varianten zum Einsatz, da die winzigen Batterien oder Akkus den ganzen Tag durchhalten müssen.

Die meisten modernen Hörsysteme nutzen Bluetooth Low Energy (BLE). Diese Technologie verbraucht nur einen Bruchteil der Energie des klassischen Bluetooths. Um Audio-Streaming über BLE zu ermöglichen, haben die großen Smartphone-Hersteller eigene Protokolle entwickelt:

  1. MFi (Made for iPhone): Apple hat dieses Protokoll bereits vor vielen Jahren eingeführt. Es ermöglicht eine direkte, extrem stabile Verbindung zwischen Apple-Geräten (iPhone, iPad) und zertifizierten Hörgeräten.

  2. ASHA (Audio Streaming for Hearing Aids): Dies ist das Pendant für Android-Smartphones (wie Samsung, Google Pixel, Xiaomi). Es wurde mit Android 10 eingeführt und ermöglicht ebenfalls direktes Streaming ohne Zusatzgeräte.

  3. Bluetooth Classic: Einige wenige Hersteller (insbesondere die Marke Phonak) verbauen Chips, die das klassische Bluetooth-Protokoll beherrschen. Der große Vorteil: Diese Geräte lassen sich mit absolut jedem bluetoothfähigen Gerät verbinden, auch mit älteren Handys oder Laptops, ohne dass spezielle Protokolle wie MFi oder ASHA nötig sind.

Ein brandneuer Standard, der aktuell den Markt erobert, ist Auracast (basierend auf Bluetooth LE Audio). Diese Technologie wird in den kommenden Jahren die alte induktive T-Spule in Kinos, Theatern und Bahnhöfen ablösen. Mit Auracast können Sie sich mit Ihren Hörgeräten in öffentliche Audiosignale einklinken – ähnlich wie man sich in ein öffentliches WLAN-Netz einwählt. Achten Sie beim Neukauf im Jahr 2026 idealerweise darauf, dass die Geräte bereits Auracast-ready sind.

Modernes, unauffälliges Hörgerät liegt neben einem Smartphone auf einem hellen Holztisch

Smarte Technik im Miniaturformat

Smartphone mit geöffneter App zur Lautstärkeregelung liegt neben einer Kaffeetasse

Diskrete Steuerung per App

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Hörgeräte mit dem Smartphone verbinden

Die Einrichtung mag für technisch weniger versierte Senioren zunächst abschreckend wirken, ist aber in der Regel innerhalb weniger Minuten erledigt. Wenn die Geräte einmal gekoppelt (gepairt) sind, verbinden sie sich in Zukunft vollautomatisch, sobald sie eingeschaltet werden und das Smartphone in der Nähe ist.

So verbinden Sie Ihre Hörgeräte mit einem Apple iPhone (MFi):

  1. Stellen Sie sicher, dass Bluetooth auf Ihrem iPhone aktiviert ist (unter Einstellungen > Bluetooth).

  2. Öffnen Sie die Einstellungen Ihres iPhones und scrollen Sie nach unten zu Bedienungshilfen.

  3. Wählen Sie dort den Menüpunkt Hörhilfen.

  4. Schalten Sie nun Ihre Hörgeräte aus und wieder ein. Bei Batterie-Geräten öffnen und schließen Sie das Batteriefach. Bei Akku-Geräten legen Sie diese kurz in die Ladestation und nehmen sie wieder heraus. Dadurch sind die Geräte für etwa 3 Minuten im Kopplungsmodus.

  5. Das iPhone sucht nun nach den Geräten. Sobald Ihr Name und das Modell auf dem Bildschirm erscheinen (z.B. "Max Mustermanns Hörgeräte"), tippen Sie darauf.

  6. Bestätigen Sie die Kopplungsanfrage. Bei zwei Hörgeräten müssen Sie zweimal auf "Koppeln" tippen.

  7. Fertig! Sie können nun die App Ihres Hörgeräteherstellers herunterladen, um weitere Feineinstellungen vorzunehmen.

So verbinden Sie Ihre Hörgeräte mit einem Android-Smartphone (ASHA):

  1. Prüfen Sie, ob Ihr Smartphone Android 10 oder eine neuere Version nutzt.

  2. Gehen Sie in die Einstellungen und wählen Sie Verbundene Geräte oder Bluetooth.

  3. Tippen Sie auf Neues Gerät koppeln.

  4. Starten Sie Ihre Hörgeräte neu (Batteriefach auf/zu oder kurz in die Ladeschale), um den Kopplungsmodus zu aktivieren.

  5. Sobald die Hörgeräte in der Liste der verfügbaren Geräte auftauchen, tippen Sie darauf.

  6. Bestätigen Sie die Kopplung. Auch hier müssen Sie bei beidseitiger Versorgung oft beide Geräte einzeln bestätigen oder eine doppelte Anfrage akzeptieren.

  7. Laden Sie anschließend die Hersteller-App aus dem Google Play Store herunter, um die Verbindung abzuschließen.

Wichtiger Hinweis für Angehörige: Wenn Sie Ihren Eltern oder Großeltern bei der Einrichtung helfen, zeigen Sie ihnen auch, wie sie in der App den Batteriestand prüfen oder das Programm für laute Umgebungen (z.B. im Restaurant) aktivieren können. Das fördert die Eigenständigkeit und die Akzeptanz der neuen Hilfsmittel enorm.

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Hörgeräte mit dem Fernseher verbinden: Endlich wieder entspannt fernsehen

Einer der häufigsten Gründe für familiäre Konflikte im Alter ist der zu laute Fernseher. Wenn Dialoge im Tatort nuschelig klingen oder die Hintergrundmusik die Stimmen übertönt, drehen Schwerhörige intuitiv lauter. Das stört nicht nur die Mitbewohner, sondern oft auch die Nachbarn. Bluetooth-Hörgeräte bieten hier die perfekte Lösung.

Da die meisten handelsüblichen Fernseher das klassische Bluetooth verwenden, das eine spürbare Verzögerung (Latenz) aufweist, kommt es bei einer direkten Verbindung oft zu dem Problem, dass Bild und Ton nicht synchron sind (mangelnde Lippensynchronität). Zudem unterstützen viele Fernseher nicht die speziellen energiesparenden Protokolle der Hörgeräte.

Die Lösung ist ein sogenannter TV-Streamer (auch TV-Adapter oder TV-Connector genannt). Dies ist ein kleines Zusatzgerät, das an den Fernseher angeschlossen wird und den Ton verzögerungsfrei an die Hörgeräte sendet.

Die Installation des TV-Streamers:

  • Stromversorgung: Schließen Sie den TV-Streamer mit dem mitgelieferten Netzteil an die Steckdose an, oder verbinden Sie ihn per USB-Kabel direkt mit dem Fernseher, um Strom zu erhalten.

  • Audioverbindung: Verbinden Sie den Streamer mit dem Audioausgang des Fernsehers. Am besten nutzen Sie dafür das optische Audiokabel (TOSLINK). Dieses überträgt den Ton digital und in höchster Qualität. Alternativ kann auch der Kopfhörerausgang (Klinkenstecker) genutzt werden.

  • Kopplung: Drücken Sie die Kopplungstaste am TV-Streamer. Starten Sie Ihre Hörgeräte neu und legen Sie diese direkt neben den Streamer. Nach wenigen Sekunden ist die Verbindung dauerhaft hergestellt.

Sobald der Fernseher eingeschaltet wird, erkennen die Hörgeräte das Signal. Sie können dann über einen kleinen Taster am Hörgerät oder über Ihre Smartphone-App das Programm "Fernsehen" auswählen. Der Clou: Ihre Familienmitglieder hören den Fernsehton ganz normal über die TV-Lautsprecher, während Sie Ihre individuelle Lautstärke direkt in den Hörgeräten genießen. Viele Systeme erlauben es sogar, den Umgebungston der Hörgeräte-Mikrofone parallel beizubehalten, sodass Sie sich weiterhin problemlos mit Ihrem Partner auf dem Sofa unterhalten können.

Älteres Ehepaar sitzt entspannt auf dem Sofa im Wohnzimmer und schaut fern, der Mann trägt ein unauffälliges Hörgerät

Endlich wieder gemeinsam in Zimmerlautstärke fernsehen

Akku oder Batterie? Was bei Bluetooth-Hörgeräten besser ist

Wer sich für ein bluetoothfähiges Hörsystem entscheidet, steht unweigerlich vor der Frage der Stromversorgung. Die permanente Funkverbindung zum Handy oder Fernseher benötigt Energie. Noch vor wenigen Jahren waren Zink-Luft-Batterien (meist in den Größen 312 oder 13) der absolute Standard. Heute greifen über 80 Prozent der Käufer zu Modellen mit integriertem Lithium-Ionen-Akku.

Vorteile von Akku-Hörgeräten:

  • Einfache Handhabung: Besonders für Senioren mit eingeschränkter Feinmotorik (z.B. durch Arthrose) ist der winzige Batteriewechsel oft eine Qual. Akku-Geräte werden abends einfach in die Ladeschale gesteckt und sind morgens voll einsatzbereit.

  • Umweltfreundlich: Sie sparen sich den Kauf und die Entsorgung von etwa 100 bis 150 Batterien pro Jahr und Ohr.

  • Zuverlässigkeit: Moderne Lithium-Ionen-Akkus halten problemlos 24 Stunden durch, selbst wenn Sie mehrere Stunden täglich streamen oder telefonieren.

  • Geschlossenes Gehäuse: Da es keine Batteriefachklappe gibt, sind Akku-Geräte deutlich unempfindlicher gegen Staub, Schweiß und Feuchtigkeit (oft IP68-zertifiziert).

Wann Batterie-Hörgeräte noch sinnvoll sind:

Trotz des Siegeszugs der Akkus gibt es Szenarien, in denen klassische Batterien im Vorteil sind. Wenn Sie viel reisen und nicht immer Zugang zu einer Steckdose haben, bieten Batterien maximale Unabhängigkeit. Auch bei extrem starkem Hörverlust, der sehr große Lautsprecher erfordert, können Batterien der Größe 13 manchmal mehr Leistungsreserven für tagelanges Intensiv-Streaming bieten. Die Kosten für Hörgerätebatterien sind überschaubar und liegen bei etwa 20 bis 30 Euro pro Jahr.

Kosten, Zuschüsse und die Rolle der Krankenkasse

Ein modernes Hörgerät ist ein medizinisches Hightech-Produkt. Die Preise variieren stark je nach Technologiestufe, Komfortfunktionen und Bauform. Grundsätzlich müssen Sie für ein Bluetooth-Hörgerät mit Preisen zwischen 1.200 Euro und 3.500 Euro pro Ohr rechnen. Doch keine Sorge: Sie müssen diese Kosten in Deutschland nicht alleine tragen.

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung (Rezept vom HNO-Arzt) einen sogenannten Festbetrag. Dieser Zuschuss ist gesetzlich geregelt und bietet eine hervorragende finanzielle Basis.

Aktuell (Stand 2026) betragen die Zuschüsse der gesetzlichen Krankenkassen (inklusive der Pauschale für Reparaturen und maßgefertigte Ohrpassstücke):

  • Für das erste Ohr: ca. 733,59 Euro

  • Für das zweite Ohr: ca. 586,87 Euro (da ein Abschlag von 20% erfolgt)

  • Gesamtzuschuss bei beidseitiger Versorgung: ca. 1.320,46 Euro

Wichtig zu wissen: Die Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, eine aufzahlungsfreie Versorgung anzubieten (die sogenannten Kassenhörgeräte). Sie zahlen dann lediglich die gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro pro Gerät. Die gute Nachricht: Mittlerweile bieten fast alle Hörakustiker auch im aufzahlungsfreien Segment Geräte an, die über eine grundlegende Bluetooth-Funktion verfügen. Sie müssen also nicht zwingend tausende Euro ausgeben, um Ihr Hörgerät mit dem Smartphone zu verbinden.

Wenn Sie sich jedoch für ein Gerät der Mittel- oder Premiumklasse entscheiden, das über ausgefeiltere Störgeräuschunterdrückung, 360-Grad-Richtmikrofone oder künstliche Intelligenz (KI) zur Spracherkennung verfügt, müssen Sie die Differenz zum Festbetrag der Krankenkasse selbst tragen. Dies ist der sogenannte private Eigenanteil (Aufzahlung).

Für detaillierte Informationen zu Ihren Ansprüchen und den genauen Festbeträgen können Sie sich auf den offiziellen Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit informieren.

Hörakustikerin berät einen Senior in einem modernen Fachgeschäft und passt ein Hörgerät an

Ausführliche Beratung beim Hörakustiker ist entscheidend

Der Weg zum Bluetooth-Hörgerät: Der richtige Ablauf

Wenn Sie sich für ein neues Hörsystem interessieren, sollten Sie strategisch vorgehen. Der Prozess dauert in der Regel mehrere Wochen, da das Gehirn Zeit braucht, sich an die neuen Höreindrücke zu gewöhnen.

  1. HNO-Arzt aufsuchen: Der erste Schritt führt immer zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Dieser prüft, ob eine medizinische Ursache für die Schwerhörigkeit vorliegt (z.B. ein Ohrenschmalzpfropf) und erstellt einen detaillierten Hörtest (Audiogramm). Wenn ein Hörverlust festgestellt wird, erhalten Sie die Ohrenärztliche Verordnung. Diese ist zwingend nötig, um den Krankenkassenzuschuss zu erhalten.

  2. Den richtigen Hörakustiker finden: Gehen Sie mit dem Rezept zu einem Hörakustiker Ihres Vertrauens. Ein guter Akustiker nimmt sich Zeit für eine ausführliche Anamnese, fragt nach Ihren Lebensgewohnheiten (z.B. "Gehen Sie oft ins Theater?", "Nutzen Sie ein Smartphone?") und misst Ihr Gehör noch einmal in einer speziellen Kabine nach.

  3. Geräte auswählen und testen: Der Akustiker wird Ihnen mindestens drei verschiedene Modelle vorschlagen, darunter auch ein aufzahlungsfreies Kassengerät. Wichtig: Sie haben das Recht, verschiedene Geräte unverbindlich und kostenlos in Ihrem Alltag auszuprobieren. Testen Sie die Bluetooth-Verbindung unbedingt zu Hause mit Ihrem eigenen Fernseher und Ihrem eigenen Handy!

  4. Feinanpassung: Während der Testphase besuchen Sie den Akustiker mehrmals. Er wird die Geräte anhand Ihrer Erfahrungen nachjustieren. Erst wenn Sie vollkommen zufrieden sind, treffen Sie die Kaufentscheidung.

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Häufige Probleme und einfache Lösungen (Troubleshooting)

Auch bei der besten Technik kann es im Alltag zu kleinen Hürden kommen. Hier sind die häufigsten Probleme im Umgang mit Bluetooth-Hörgeräten und wie Sie diese selbst beheben können:

Problem: Das Hörgerät verbindet sich nicht mehr mit dem Smartphone.
Lösung: Oft hat sich das Smartphone "verschluckt". Schalten Sie Bluetooth am Handy aus und wieder ein. Hilft das nicht, starten Sie das Handy komplett neu. Als letzten Ausweg können Sie in den Bluetooth-Einstellungen das Hörgerät "ignorieren" oder "löschen" und die Kopplung (wie oben beschrieben) komplett neu durchführen.

Problem: Beim Telefonieren hört man mich schlecht.
Lösung: Bei vielen MFi- und ASHA-Hörgeräten fungiert das Hörgerät nur als Lautsprecher, das Mikrofon des Smartphones muss weiterhin Ihre Stimme aufnehmen. Sie müssen das Handy also in der Nähe Ihres Mundes behalten. Nur sogenannte Hands-Free-Geräte (wie bei Phonak oder neuesten Modellen anderer Hersteller) nutzen die Hörgeräte-Mikrofone auch für die Sprachaufnahme. Prüfen Sie, welche Technik Ihr Gerät nutzt.

Problem: Der Ton vom TV-Streamer setzt aus oder knackt.
Lösung: Bluetooth hat eine begrenzte Reichweite (meist ca. 10 Meter). Wände, große Möbelstücke oder WLAN-Router in direkter Nähe können das Signal stören. Stellen Sie sicher, dass zwischen dem TV-Streamer und Ihrem Sitzplatz eine möglichst freie "Sichtverbindung" besteht. Prüfen Sie auch, ob das optische Kabel fest im Streamer und im Fernseher steckt.

Problem: Der Akku des Hörgeräts ist abends extrem schnell leer.
Lösung: Intensives Streaming (z.B. 4 Stunden Fernsehen und 2 Stunden Telefonieren) verbraucht deutlich mehr Strom als reines Hören. Wenn die Akkuleistung nach einigen Jahren nachlässt, kann der Akku vom Akustiker getauscht werden. Wenn Sie die App Ihres Herstellers ständig im Hintergrund geöffnet haben und diese permanent Daten abruft, kann dies ebenfalls Strom kosten. Schließen Sie die App, wenn Sie diese nicht benötigen.

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Checkliste: Darauf müssen Sie beim Kauf achten

Bevor Sie sich endgültig für ein Modell entscheiden, gehen Sie diese Checkliste durch, um Fehlkäufe zu vermeiden:

  • Kompatibilität prüfen: Bringen Sie Ihr Smartphone mit zum Akustiker. Lassen Sie sich vor Ort zeigen, ob Ihr Handy-Modell (insbesondere bei älteren Android-Geräten) das Streaming unterstützt.

  • Zukunftssicherheit: Fragen Sie gezielt nach Auracast und Bluetooth LE Audio. Ein Hörgerät wird im Schnitt 6 Jahre getragen. Es lohnt sich, auf den neuesten Standard zu setzen.

  • Handhabung testen: Kommen Sie mit der Größe der Geräte zurecht? Können Sie die kleinen Tasten am Gerät fühlen und bedienen? Lässt sich die Smartphone-App intuitiv steuern und ist die Schrift groß genug?

  • Zubehör klären: Ist ein TV-Streamer im Preis inbegriffen oder muss dieser separat erworben werden? (Ein TV-Streamer kostet meist zwischen 150 und 250 Euro extra).

  • Tele-Care-Funktion: Bietet die App eine Fernanpassung an? Das ist besonders für Senioren praktisch, die nicht für jede kleine Klangeinstellung den Weg zum Akustiker auf sich nehmen möchten. Der Akustiker kann kleine Änderungen dann über das Internet direkt auf Ihre Hörgeräte spielen.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Die Entscheidung für ein Hörgerät mit Bluetooth ist ein entscheidender Schritt zu mehr Lebensqualität, Sicherheit und sozialer Teilhabe. Die Möglichkeit, das Smartphone, den Fernseher oder das Tablet direkt mit den Hörsystemen zu koppeln, verwandelt diese von reinen Verstärkern in smarte, multifunktionale Kommunikationszentralen.

Egal ob Sie sich für ein Apple iPhone mit MFi-Technologie oder ein Android-Gerät mit ASHA-Protokoll entscheiden – die Einrichtung ist dank moderner Software einfach und in wenigen Minuten erledigt. Für den ungetrübten Fernsehgenuss empfiehlt sich in den meisten Fällen die Investition in einen speziellen TV-Streamer, der den Ton lippensynchron und in bester Qualität direkt in Ihre Ohren überträgt.

Lassen Sie sich nicht von vermeintlich hohen Kosten abschrecken. Die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen Hörsysteme mit über 1.300 Euro (bei beidseitiger Versorgung), und auch im aufzahlungsfreien Segment finden sich mittlerweile hervorragende Geräte mit kabelloser Konnektivität. Nehmen Sie sich Zeit für die Beratung bei Ihrem Hörakustiker, testen Sie verschiedene Modelle ausgiebig in Ihrem gewohnten Umfeld und achten Sie auf eine einfache, intuitive Bedienung.

Mit der richtigen Technik am Ohr gehört der Frust über unverständliche Fernsehsendungen oder verpasste Telefonanrufe der Vergangenheit an. Sie können wieder aktiv, entspannt und mit Freude am täglichen Leben teilnehmen.

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Häufige Fragen zu Bluetooth-Hörgeräten

Antworten auf die wichtigsten Fragen

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