ePA-Befüllung: Praxen erhalten Vergütung bis zum Jahresende

Benedikt Hübenthal
Elektronische Patientenakte: Honorar für Befüllung bis Jahresende verlängert

Gute Nachrichten für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie für den weiteren Ausbau der digitalen Gesundheitsversorgung: Die Vergütung für das erstmalige und weiterführende Befüllen der elektronischen Patientenakte (ePA) bleibt bis zum Ende des laufenden Jahres bestehen. Wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung mitteilt, hat der Erweiterte Bewertungsausschuss eine entsprechende Fortführung der Honorierung beschlossen.

Wichtiger finanzieller Ausgleich für Mehraufwand

Die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens verlangt den Praxisteams viel Zeit und zusätzlichen administrativen Aufwand ab. Um die Integration medizinischer Dokumente, Befunde und Medikationspläne in die digitale Akte abzusichern, war eine gesonderte Vergütung eingeführt worden. Durch den aktuellen Beschluss erhalten Praxen nun die Gewissheit, dass dieser Mehraufwand auch in den kommenden Monaten honoriert wird.

Neben der Honorierung für die ePA-Befüllung wurde auch die Regelung für die Vermittlung dringender Termine verlängert. Die im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) eingeführten Zuschläge bleiben somit ebenfalls bis zum Jahreswechsel für alle Praxen in vollem Umfang erhalten.

Bedeutung für Patientinnen, Patienten und Pflegebedürftige

Für Patientinnen und Patienten sowie pflegebedürftige Menschen ist die fortlaufende Pflege der ePA von zentraler Bedeutung. Eine gut geführte digitale Akte erleichtert die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Fachärzten, Hausärzten, Krankenhäusern und Pflegediensten erheblich.

  • Vermeidung von Doppeluntersuchungen: Fachärzte und Kliniken können direkt auf aktuelle Vorbefunde zugreifen.
  • Sichere Arzneimitteltherapie: Elektronische Medikationspläne reduzieren gefährliche Wechselwirkungen, was insbesondere im Pflegealltag Risiken minimiert.
  • Bessere Terminverfügbarkeit: Die fortlaufende Vergütung der Terminvermittlung unterstützt Patientinnen und Patienten bei der zeitnahen Vermittlung dringender Facharzttermine.

Ausblick: Dauerhafte Lösungen gefordert

Obwohl die Verlängerung bis zum Jahresende für eine vorübergehende Planungssicherheit sorgt, drängen Ärztevertreter weiterhin auf eine langfristige und bürokratiearme Finanzierung der Digitalisierung. Wie die Vergütungsstrukturen ab dem kommenden Jahr ausgestaltet werden, wird Gegenstand weiterer Verhandlungen zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den gesetzlichen Krankenkassen sein.

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