Falsche 116117: Betrüger nutzen ärztlichen Bereitschaftsdienst für perfide Masche
Eine neue und besonders perfide Betrugsmasche verunsichert derzeit viele Menschen: Kriminelle nutzen das Vertrauen in den ärztlichen Bereitschaftsdienst gezielt aus und rufen unter der bekannten Rufnummer 116117 an. Ihr Ziel ist es, an sensible persönliche Informationen und vor allem an Bankdaten zu gelangen.
Wie die Täter am Telefon vorgehen
Die Betrüger bedienen sich einer Technik, die als sogenanntes Call-ID-Spoofing bekannt ist. Dabei wird auf dem Telefondisplay der Angerufenen die Nummer 116117 angezeigt – die offizielle und bundesweit bekannte Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. In dem Glauben, mit einer offiziellen und vertrauenswürdigen medizinischen Stelle zu sprechen, werden die Opfer unter geschickten Vorwänden in ein Gespräch verwickelt. Oft wird behauptet, es ginge um dringend benötigte Patientendaten, Abrechnungsfragen oder angebliche Rückfragen zu Behandlungen. Letztlich zielen die Täter jedoch stets darauf ab, sensible Konto- und Bankdaten zu erbeuten.
Kassenärztliche Vereinigung schlägt Alarm
Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg häufen sich in den vergangenen Wochen die Meldungen von besorgten Patientinnen und Patienten, die derartige Anrufe erhalten haben. Die offiziellen Stellen betonen ausdrücklich: Der ärztliche Bereitschaftsdienst ruft niemals unaufgefordert an, um Bankdaten, PIN-Nummern oder ähnlich sensible Informationen telefonisch abzufragen. Die 116117 ist in erster Linie eine Nummer, die von hilfesuchenden Patienten gewählt wird, wenn medizinische Hilfe außerhalb der regulären Sprechzeiten benötigt wird.
So schützen Sie sich und pflegebedürftige Angehörige
Gerade ältere und pflegebedürftige Menschen sind leider häufig das Hauptziel solcher betrügerischen Anrufe. Pflegekräfte und pflegende Angehörige sollten daher in diesen Tagen besonders wachsam sein und ihr Umfeld aufklären. Beachten Sie folgende wichtige Ratschläge:
- Niemals sensible Daten preisgeben: Geben Sie am Telefon unter keinen Umständen Ihre Bankverbindung, Passwörter oder andere Finanzdaten heraus.
- Gespräch sofort beenden: Wenn Sie angerufen werden und nach persönlichen Daten gefragt werden, legen Sie einfach auf. Das ist keineswegs unhöflich, sondern dient ausschließlich Ihrem eigenen Schutz.
- Angehörige sensibilisieren: Sprechen Sie aktiv mit Senioren und Pflegebedürftigen über diese aktuelle Masche, damit sie im Ernstfall vorbereitet sind und richtig reagieren können.
- Im Zweifel selbst wählen: Wenn Sie unsicher sind, ob ein Anruf echt war, legen Sie auf und wählen Sie die 116117 selbst. So stellen Sie absolut sicher, dass Sie tatsächlich mit dem echten Bereitschaftsdienst verbunden sind.
Bleiben Sie grundsätzlich misstrauisch, wenn Sie unerwartete Anrufe von vermeintlich offiziellen Behörden oder medizinischen Stellen erhalten. Ein gesundes Maß an Skepsis ist und bleibt der beste Schutz vor Telefonbetrug.
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