Fatale Corona-Folgen: Überlebenschance bei Krebs deutlich gesunken

Benedikt Hübenthal
Corona-Folgen: Krebs-Überlebensrate drastisch gesunken | PflegeHelfer24

Die Corona-Pandemie hat tiefgreifende Spuren im Gesundheitssystem hinterlassen. Eine aktuelle Untersuchung belegt nun, was Mediziner lange befürchtet haben: Die Überlebensraten von Krebspatienten sind in den ersten beiden Pandemiejahren messbar zurückgegangen.

Verzögerte Diagnosen kosten Menschenleben

Laut einer umfassenden Analyse, die in dem renommierten medizinischen Fachblatt JAMA Oncology veröffentlicht wurde, erlebten Menschen, bei denen in den Jahren 2020 und 2021 Krebs diagnostiziert wurde, eine schlechtere kurzfristige Überlebensrate als Patienten in den Jahren zuvor. Für die Studie werteten die Forscher umfangreiche Daten des großen US-Krebsregisters SEER 21 aus.

Die Ergebnisse zeigen eindrücklich die fatalen Konsequenzen von unterbrochenen Versorgungsketten in der Medizin. Die sogenannte Einjahres-Überlebensrate – ein essenzieller Indikator für den Erfolg einer schnellen onkologischen Behandlung – sank im Vergleich zum Zeitraum von 2015 bis 2019 signifikant ab.

Warum sanken die Überlebenschancen?

Die Gründe für diese besorgniserregende Entwicklung sind vielschichtig und spiegeln den damaligen Ausnahmezustand in den Kliniken wider:

  • Angst vor Ansteckung: Viele Menschen mieden aus Sorge vor dem Coronavirus Arztpraxen und Krankenhäuser. Erste Warnsignale des Körpers wurden oft zu lange ignoriert.
  • Ausgefallene Früherkennung: Wichtige Routineuntersuchungen und Krebs-Screenings wurden reihenweise abgesagt oder von den Patienten selbst verschoben.
  • Verschobene Behandlungen: Überlastete Kliniken mussten lebensrettende Tumor-Operationen und Therapien nach hinten verschieben, um dringend benötigte Intensivkapazitäten für COVID-19-Patienten freizuhalten.

Eine Mahnung für das Gesundheitssystem

Auch wenn sich die vorliegenden Daten auf die USA beziehen, lassen sich die grundlegenden Mechanismen auf das deutsche und viele weitere westliche Gesundheitssysteme übertragen. Die Verzögerungen in der Diagnose und Behandlung führten letztlich dazu, dass Tumore erst in einem weiter fortgeschrittenen und damit schwerer zu behandelnden Stadium entdeckt wurden.

Für Patienten, pflegende Angehörige und das medizinische Personal ist dies ein wichtiger Weckruf: Prävention und die lückenlose Behandlung von lebensbedrohlichen Erkrankungen dürfen auch in schweren Krisenzeiten niemals pausieren. Die medizinische und pflegerische Infrastruktur muss künftig so widerstandsfähig aufgestellt sein, dass Krebspatienten jederzeit ohne Verzögerung die lebensrettende Hilfe erhalten, die sie benötigen.

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