Flughafen-Malaria: Zwei Anwohner in Frankfurt erkrankt

Dominik Hübenthal
Malaria-Fälle in Frankfurt: Jetzt auch Flughafen-Anwohner betroffen

Nachdem im Sommer mehrere Infektionen bei Mitarbeitenden des Frankfurter Flughafens bekannt wurden, gibt es nun neue Krankheitsfälle im direkten Umfeld des Airports. Zwei Bewohner des Frankfurter Stadtteils Schwanheim haben sich mit der Tropenkrankheit Malaria infiziert. Beide Betroffenen befinden sich derzeit in medizinischer Behandlung.

Keine Fernreisen, keine Tätigkeit am Flughafen

Nach Angaben des Frankfurter Gesundheitsamts waren die beiden infizierten Personen in der jüngeren Vergangenheit weder in einem tropischen Malariagebiet unterwegs, noch arbeiten sie auf dem Flughafengelände. Aufgrund der unmittelbaren räumlichen Nähe zu den Landebahnen und Frachtbereichen gehen die Mediziner derzeit von einem seltenen Fall sogenannter „Flughafen-Malaria“ aus.

Bereits in den Sommermonaten waren sechs Fälle bei Beschäftigten des Flughafens registriert worden, zwei von ihnen erlagen der Infektion. Experten vermuten, dass infizierte Anopheles-Mücken als blinde Passagiere in Flugzeugen oder Frachtsendungen aus tropischen Endemiegebieten nach Deutschland gelangt sind. Eine Infektion von Anwohnern im Umfeld eines deutschen Flughafens gilt als extrem selten.

Symptome ernst nehmen und frühzeitig abklären

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet im alltäglichen Kontakt nicht statt; Voraussetzung für eine Ansteckung ist der Stich einer infizierten Mücke. Das Gesundheitsamt betont, dass das Risiko für die Allgemeinbevölkerung weiterhin sehr gering sei. Dennoch rufen die Behörden sowohl die Bevölkerung als auch medizinisches Personal und Pflegekräfte dazu auf, bei unklaren Krankheitszeichen wachsam zu sein.

Insbesondere bei Personen, die im näheren Umfeld des Airports leben oder arbeiten, sollte bei folgenden Beschwerden zeitnah ein Arzt konsultiert werden:

  • Hohes oder wiederkehrendes Fieber und Schüttelfrost
  • Starke Kopf- und Gliederschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen
  • Ausgeprägte Abgeschlagenheit und allgemeines Krankheitsgefühl

Gute Heilungschancen bei rascher Diagnose

Bei den registrierten Infektionen handelt es sich um Malaria tropica, die potenziell gefährlichste Form der Erkrankung. Wird die Infektion jedoch rechtzeitig erkannt und therapiert, ist sie medikamentös sehr gut heilbar. Pflege- und Gesundheitseinrichtungen im Rhein-Main-Gebiet sind angehalten, bei unklaren Fieberschüben auch seltene Übertragungswege differentialdiagnostisch im Blick zu behalten.

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