Fundusfotografie: Neues Screening schützt Diabetiker vor Netzhautschäden

Dominik Hübenthal
Fundusfotografie bei Diabetes: IQWiG bewertet Screening positiv

Für Menschen mit Diabetes mellitus gehört die Sorge um die eigene Sehkraft oft zum Alltag. Eine gefürchtete Folgeerkrankung ist die diabetische Retinopathie, eine unbemerkt fortschreitende Schädigung der Netzhaut, die im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann. Eine frühzeitige Diagnose ist hierbei entscheidend, um rechtzeitig therapeutisch eingreifen zu können. Nun gibt es positive Nachrichten für Betroffene: Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat in einem aktuellen Abschlussbericht die sogenannte Fundusfotografie als äußerst geeignetes Screening-Verfahren eingestuft.

Was ist die Fundusfotografie?

Bei der Fundusfotografie handelt es sich um eine spezielle, bildgebende Aufnahme des Augenhintergrundes. Mit einer hochauflösenden Kamera wird die Netzhaut (der sogenannte Fundus) durch die Pupille hindurch beleuchtet und detailliert abgelichtet. Dieses Verfahren ist schmerzfrei, dauert nur wenige Minuten und liefert hochpräzise Bilder der feinen Blutgefäße im Auge. Mikroskopisch kleine Veränderungen, wie sie durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte entstehen, lassen sich durch diese Technik bereits im absoluten Frühstadium erkennen.

IQWiG bestätigt hohen Nutzen für Patienten

Laut der Bewertung des IQWiG eignet sich diese Methode hervorragend für das regelmäßige Screening von Patienten mit Diabetes Typ 1 und Typ 2. Bislang erfordert die Untersuchung des Augenhintergrundes meist eine direkte Spiegelung durch einen Augenarzt, was oft mit langen Wartezeiten auf einen Facharzttermin verbunden ist. Die Fundusfotografie bietet hier eine vielversprechende und effiziente Ergänzung, die das Gesundheitssystem entlasten könnte.

Die Vorteile des neuen Verfahrens auf einen Blick:

  • Früherkennung: Gefäßschäden an der Netzhaut werden entdeckt, noch bevor der Patient erste Symptome oder Seheinschränkungen bemerkt.
  • Komfort für Patienten: Die Untersuchung ist unkompliziert, nicht-invasiv und sehr schnell durchführbar.
  • Lückenlose Dokumentation: Die digitalen Bilder können sicher gespeichert und im Zeitverlauf exakt verglichen werden, um den Krankheitsverlauf zu überwachen.
  • Bessere Zugänglichkeit: Perspektivisch könnten die Aufnahmen auch in diabetologischen Schwerpunktpraxen erstellt und anschließend telemedizinisch von Augenärzten ausgewertet werden.

Regelmäßige Kontrollen bleiben das A und O

Auch wenn die Fundusfotografie das Screening in Zukunft deutlich erleichtern und beschleunigen könnte, betonen Gesundheitsexperten weiterhin die Wichtigkeit der regelmäßigen Vorsorge. Diabetiker sollten ihre Augen mindestens einmal im Jahr fachmännisch untersuchen lassen. Nur durch eine konsequente Kontrolle können schwerwiegende Sehverluste effektiv verhindert werden. Die positive Bewertung durch das IQWiG ist ein wichtiger Meilenstein, um moderne, digitale Untersuchungsmethoden breiter in die Regelversorgung zu integrieren und so die Lebensqualität von Millionen Betroffenen in Deutschland langfristig zu sichern.

Brauchen Sie Unterstützung bei der Pflege?

PflegeHelfer24 ist Ihr verlässlicher Partner. Entdecken Sie unsere Ratgeber oder lassen Sie sich kostenlos zu Pflegehilfsmitteln, Treppenliften und Zuschüssen beraten.