Klinikreform in der Kritik: MedTech-Verbände fordern feste Investitionen von Anfang an

Benedikt Hübenthal
Krankenhausfinanzierung: BVMed und ZVEI fordern feste Investitionsmittel

Moderne Medizintechnik rettet Leben, erleichtert Pflegekräften den anstrengenden Alltag und sorgt für präzise Diagnosen. Doch während die Bundespolitik die Krankenhauslandschaft tiefgreifend umbaut, schlagen Branchenexperten Alarm: Die Finanzierung von lebenswichtiger High-Tech-Ausstattung und Infrastruktur droht in den aktuellen Reformplänen ins Hintertreffen zu geraten.

Betriebskosten allein reichen nicht aus

In einem gemeinsamen Positionspapier fordern die Branchenverbände BVMed und ZVEI, die Investitionsfinanzierung von vornherein fest in der Krankenhausplanung und den Vergütungsstrukturen zu verankern. Der bisherige politische Fokus, vorrangig die laufenden Betriebsausgaben zu reformieren, greife schlichtweg zu kurz. Zu einer hochwertigen medizinischen und pflegerischen Versorgung gehöre untrennbar auch das technische Fundament – von modernen MRT-Geräten und OP-Robotern bis hin zu digitalen Monitoringsystemen auf den Stationen.

Jahrzehntelanger Investitionsstau verschärft Lage

In Deutschland gilt traditionell das Prinzip der dualen Krankenhausfinanzierung: Während die Krankenkassen die Betriebskosten der Kliniken tragen, sind die Bundesländer für die baulichen und apparativen Investitionen zuständig. In der Praxis klafft hier jedoch seit Jahrzehnten eine Milliardenteillücke, weil viele Bundesländer ihren Förderpflichten nur unzureichend nachkommen.

Um lebenswichtige Anschaffungen dennoch zu tätigen, waren Krankenhäuser bislang gezwungen, Investitionen über ihre Fallpauschalen querzufinanzieren. Da die laufenden Reformen diese Querfinanzierung zunehmend beschränken, warnen die Medizintechnik-Verbände vor einem dramatischen Sanierungs- und Technologiestopp in den Häusern.

Forderungen an die Politik

Um eine zukunftssichere Patientenversorgung zu gewährleisten, schlagen die Verbände konkrete Weichenstellungen vor:

  • Verlässliche Kopplung: Werden einem Krankenhaus bestimmte Leistungsgruppen zugewiesen, müssen gleichzeitig die dafür notwendigen medizintechnischen Investitionsmittel fest budgetiert werden.
  • Entlastung für das Personal: Innovative Medizintechnik und automatisierte Systeme müssen gezielt gefördert werden, um Pflegefachkräfte bei administrativen und körperlich schweren Aufgaben spürbar zu unterstützen.
  • Klare Zuständigkeiten: Bund und Länder müssen verbindliche Vereinbarungen treffen, damit die Digitalisierung und technische Modernisierung der Kliniken nicht an fehlenden Landesmitteln scheitert.

Für Pflegekräfte und Patienten steht viel auf dem Spiel. Ohne moderne Infrastruktur drohen Engpässe in spezialisierten Behandlungen – und Pflegekräfte müssten mit veralteten Arbeitsmitteln weiterarbeiten. Die Verbände mahnen daher zur Eile, den technologischen Wandel als Kernbestandteil der Reform zu begreifen.

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