Gefahr am Handgelenk: Wie Smartwatches implantierte Herzgeräte stören können

Dominik Hübenthal
Smartwatch stört Herzschrittmacher? Neue Studie warnt | PflegeHelfer24

Immer mehr Menschen nutzen smarte Uhren am Handgelenk, um ihre Gesundheit im Blick zu behalten. Funktionen wie die Aufzeichnung eines EKGs oder die Messung der Körperzusammensetzung gelten als praktische Alltagshelfer. Doch für Patienten mit implantierten Herzgeräten könnte genau diese moderne Technik gefährlich werden.

Studie warnt vor Wechselwirkungen

Eine aktuelle experimentelle Studie, die auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) vorgestellt wurde, bringt neue Erkenntnisse ans Licht. Demnach können Smartwatches unter bestimmten Bedingungen lebensrettende Implantate wie Herzschrittmacher oder implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICDs) maßgeblich beeinflussen.

Besonders im Fokus der Forscher stehen Uhren mit einer integrierten EKG-Funktion oder sogenannter Bioimpedanz-Technologie. Letztere sendet schwache, für den Menschen nicht spürbare elektrische Ströme durch den Körper, um beispielsweise den Körperfettanteil zu messen. Genau diese Ströme sowie die in den Armbändern und Uhren verbauten Magnete können die feine Elektronik der Herzgeräte stören.

Wenn das Implantat in den Magnetmodus wechselt

Laut den Experten der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie besteht das größte Risiko darin, dass die Smartwatch das Implantat fälschlicherweise in den sogenannten Magnetmodus versetzt. Geschieht dies, kann es zu überaus gefährlichen Situationen kommen:

  • Ein Herzschrittmacher könnte aufhören, notwendige elektrische Impulse an das Herz abzugeben, da er die Störsignale fehlinterpretiert.
  • Ein Defibrillator könnte irritiert werden und einen schmerzhaften, völlig unnötigen Schock auslösen.

Positionierung ist entscheidend

Wie hoch das Risiko im Alltag tatsächlich ist, hängt stark von der Nutzung ab. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn die Smartwatch in unmittelbare Nähe des Implantats gerät. Das kann passieren, wenn Träger im Schlaf die Hand mit der Uhr auf die Brust legen oder die Uhr in einer Brusttasche nah am Herzen tragen. Auch während des Ladevorgangs der Uhr können stärkere Magnetfelder entstehen, die das Herzgerät beeinflussen.

Interessanterweise zeigte die Untersuchung auch, dass die genaue Lage des Implantats im Körper eine entscheidende Rolle spielt. So waren Herzgeräte, die tiefer unter dem Brustmuskel (submuskulär) eingesetzt wurden, in den Tests deutlich besser vor den Störsignalen der Uhren geschützt als solche, die direkt unter der Haut lagen.

Sicherheitshinweise für Patienten

Kardiologen raten Trägern von Herzschrittmachern und Defibrillatoren zu einem bewussten Umgang mit Wearables. Folgende Verhaltensregeln bieten Sicherheit im Alltag:

  • Abstand halten: Bewahren Sie stets einen Sicherheitsabstand von mindestens 15 Zentimetern zwischen der Smartwatch und dem implantierten Herzgerät.
  • Nicht auf der Brust ablegen: Vermeiden Sie es, das Handgelenk mit der Uhr direkt über dem Implantat ruhen zu lassen – besonders nachts im Schlaf.
  • Ärztliche Rücksprache: Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Kardiologen, bevor Sie eine Smartwatch mit EKG- oder Bioimpedanz-Funktion intensiv nutzen.

Moderne Technik bietet enorme Vorteile für die Gesundheitsprävention und die Überwachung von Vitalwerten. Doch gerade chronisch kranke Menschen und Senioren sollten sich der potenziellen Risiken bewusst sein, um ihre lebensrettenden Implantate nicht unbeabsichtigt zu stören.

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