Gefahr bei Hitze: Sterberisiko für Diabetiker steigt drastisch
Die Sommer in Deutschland werden zunehmend heißer, und die extremen Temperaturen bringen erhebliche gesundheitliche Belastungen mit sich. Besonders für chronisch kranke Menschen wird das Wetter zunehmend zur Belastungsprobe. Eine aktuelle wissenschaftliche Auswertung zeigt nun eindrücklich, dass anhaltende Hitzewellen für Menschen mit Diabetes eine ernsthafte, mitunter lebensbedrohliche Gefahr darstellen.
Deutlich erhöhtes Sterberisiko durch extreme Temperaturen
Dass Hitze den Kreislauf belastet, ist allgemein bekannt. Für Diabetiker sind die Konsequenzen jedoch weitaus gravierender. Laut vorläufigen Ergebnissen eines umfassenden, noch unveröffentlichten Cochrane-Reviews steigt das Mortalitätsrisiko für Menschen mit Diabetes während einer Hitzewelle signifikant an. Zudem verzeichnen Krankenhäuser in diesen Hitzeperioden deutlich mehr diabetesbedingte Notaufnahmen und stationäre Behandlungen.
Vorgestellt wurden diese alarmierenden Daten von Experten des Deutschen Diabetes Zentrums (DDZ) und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf auf dem jüngsten Diabeteskongress. Die Auswertung verdeutlicht, dass der Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System von Diabetikern bei extremen Temperaturen besonders anfällig reagieren.
Klimawandel verschärft die Situation
Heiße Sommertage mit Spitzenwerten von bis zu 40 Grad Celsius sind in Deutschland längst keine Seltenheit mehr. Die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes zeichnen ein besorgniserregendes Bild: Sollten die globalen Emissionen auf dem aktuellen Niveau verbleiben, könnten die Temperaturen in deutschen Großstädten künftig auf bis zu 42 Grad Celsius klettern. Meteorologen rechnen in diesem Szenario mit durchschnittlich 16 extremen Hitzetagen und fünf tropischen Nächten pro Jahr – Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt und der Körper kaum Erholung findet.
Warum Hitze für Diabetiker so gefährlich ist
Die Gründe für die hohe Hitzeempfindlichkeit bei Diabetes sind vielfältig. Zum einen kann extremes Schwitzen zu einem starken Flüssigkeitsverlust führen, was den Blutzuckerspiegel unkontrolliert ansteigen lässt. Zum anderen erweitern sich bei Hitze die Blutgefäße. Dies kann dazu führen, dass injiziertes Insulin vom Körper deutlich schneller aufgenommen wird als gewohnt – das Risiko einer plötzlichen und gefährlichen Unterzuckerung (Hypoglykämie) steigt rasant. Darüber hinaus leiden viele Diabetiker an Begleiterkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder der Nieren, die durch den Hitzestress zusätzlich stark beansprucht werden.
Schutzmaßnahmen für die heißen Tage
Um gesundheitliche Krisen im Sommer zu vermeiden, sollten Menschen mit Diabetes und deren pflegende Angehörige an heißen Tagen besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen:
- Ausreichend trinken: Mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag konsumieren, um den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen auszugleichen.
- Blutzucker engmaschig kontrollieren: Da Hitze den Stoffwechsel verändert, sollte der Blutzucker häufiger gemessen werden, um rechtzeitig auf Schwankungen reagieren zu können.
- Medikamente und Insulin richtig lagern: Insulin verliert bei direkter Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 25 Grad seine Wirkung. Es sollte an einem kühlen, schattigen Ort oder im Kühlschrank aufbewahrt werden.
- Körperliche Anstrengung meiden: Sport und schwere körperliche Arbeiten sollten auf die kühleren Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden.
Angesichts der steigenden Temperaturen durch den Klimawandel ist es für Betroffene unerlässlich, sich frühzeitig auf Hitzewellen vorzubereiten. Eine gute Aufklärung und angepasste Verhaltensweisen können im Ernstfall lebensrettend sein.
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