Gegen Krankheitswellen: Fraktionsübergreifender Parlamentskreis für Prävention gegründet

Benedikt Hübenthal
Neuer Parlamentskreis Prävention: Bundestag bündelt Kräfte für Gesundheit

Die Gesundheit der Bevölkerung rückt stärker ins Zentrum der Bundespolitik: Abgeordnete aus fünf verschiedenen Fraktionen haben sich zusammengeschlossen und den parteiübergreifenden Parlamentskreis „Prävention“ ins Leben gerufen. Das erklärte Ziel des neuen Bündnisses ist es, Gesundheitsförderung und Krankheitsvermeidung aus dem parteipolitischen Klein-Klein zu befreien und als gesamtgesellschaftliche Aufgabe anzugehen.

Ein teures System mit Schwächen

Obwohl Deutschland über eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt verfügt, liegt die durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung im westeuropäischen Vergleich nur im Mittelfeld. Genau an diesem Widerspruch setzt der neue Parlamentskreis an. Wie aus Mitteilungen der beteiligten Politiker hervorgeht, scheiterte die politische Umsetzung wirksamer Präventionsmaßnahmen in der Vergangenheit zu oft an Partikularinteressen und fehlender fraktionsübergreifender Zusammenarbeit. Dies soll sich nun ändern.

Beteiligt an dem Zusammenschluss sind namhafte Gesundheitspolitikerinnen und -politiker von CDU, CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der Linken. Sie weisen darauf hin, dass die hohe Krankheitslast – bedingt durch chronische Erkrankungen, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel sowie Alkohol- und Tabakkonsum – nicht nur die Betroffenen, sondern auch das Gesundheitssystem massiv belastet.

Prominente Unterstützung zum Auftakt

Wie wichtig das Thema für die gesamte Gesellschaft ist, zeigte sich auch an den Gästen der Gründungsveranstaltung. Prominente Unterstützung erhielt der Parlamentskreis durch die zweifache Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen und die bekannte Köchin und Stiftungsgründerin Sarah Wiener. Beide gaben wertvolle Impulse, wie Bewegung und gesunde Ernährung im Alltag der Menschen besser verankert werden können.

Was bedeutet das für Pflege und Wirtschaft?

Die Auswirkungen fehlender Prävention sind in den Kliniken, Pflegeheimen und Unternehmen des Landes deutlich spürbar. Laut aktuellen Auswertungen zählt Deutschland mit durchschnittlich über 15 Krankheitstagen pro Arbeitnehmer zu den Ländern mit einer sehr hohen Krankheitsquote. Ein starker Fokus auf Gesundheitsförderung birgt hier ein enormes Potenzial: Gelingt Prävention, gewinnen die Menschen nicht nur gesunde Lebensjahre, sondern auch ihre Arbeitsfähigkeit bleibt länger erhalten.

Für die stark beanspruchten Pflegekräfte und das medizinische Personal wäre eine erfolgreichere Vorbeugung von Volkskrankheiten eine dringend benötigte Entlastung. Weniger chronisch kranke Patienten bedeuten langfristig mehr zeitliche Ressourcen für diejenigen, die akut auf Hilfe angewiesen sind.

Die zentralen Handlungsfelder des Bündnisses

  • Fraktionsübergreifende Zusammenarbeit: Gesundheitsschutz soll über Parteigrenzen hinweg priorisiert werden.
  • Stärkung der sozialen Infrastruktur: Schaffung von Rahmenbedingungen, die ein gesundes Leben im Alltag erleichtern.
  • Fokus auf Aufklärung und Bildung: Frühzeitige Sensibilisierung für Ernährung und Bewegung, beginnend in Kitas und Schulen.
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement: Da viele Menschen einen Großteil ihrer Zeit am Arbeitsplatz verbringen, soll die Gesundheitsförderung in Unternehmen stärker in den Fokus rücken.

Der Startschuss für den Parlamentskreis markiert einen wichtigen Paradigmenwechsel. Es bleibt nun abzuwarten, welche konkreten Gesetzesinitiativen und Maßnahmen das Bündnis in den kommenden Monaten auf den Weg bringen wird, um aus der theoretischen Einsicht – dass Vorbeugen besser als Heilen ist – praktische Realität werden zu lassen.

Brauchen Sie Unterstützung bei der Pflege?

PflegeHelfer24 ist Ihr verlässlicher Partner. Entdecken Sie unsere Ratgeber oder lassen Sie sich kostenlos zu Pflegehilfsmitteln, Treppenliften und Zuschüssen beraten.