Gesundheitskosten senken: Finanzkommission rückt Zuckersteuer und Prävention in den Fokus
Um die stetig steigenden Kosten im Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen, rückt ein Thema zunehmend in den Mittelpunkt der Debatte: die Prävention. Im kommenden zweiten Bericht der Finanzkommission Gesundheit wird die Vorbeugung von Krankheiten eine zentrale Rolle einnehmen. Dies kündigte Michael Laxy, Mitglied der Kommission und Professor für Public Health und Prävention an der Technischen Universität München, auf einer Veranstaltung der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) an.
Verhältnisprävention statt reiner Appelle
Bisherige Ansätze, die sich fast ausschließlich auf das Verhalten des Einzelnen konzentrierten, gelten unter Experten mittlerweile als unzureichend. Vielmehr müsse die sogenannte Verhältnisprävention gestärkt werden. Dabei geht es darum, Rahmenbedingungen und Strukturen zu schaffen, die eine gesunde Lebensweise im Alltag erleichtern. Laut Laxy könnte die Kommission Vorschläge unterbreiten, die weit über das klassische Gesundheitssystem hinausgehen.
Benjamin Ewert, Professor für Politik und Gesundheitsberufe an der Hochschule Fulda, brachte in diesem Zusammenhang eine mögliche Lenkungssteuer ins Spiel. Solche Abgaben auf ungesunde Produkte wie Zucker oder Alkohol könnten nicht nur das Konsumverhalten steuern, sondern auch dringend benötigte finanzielle Mittel in die Kassen spülen.
Steuern auf Zucker, Alkohol und Tabak als Hebel
Die finanziellen Einsparpotenziale durch gezielte Präventionssteuern sind beachtlich. In einem Impulsvortrag rechnete Laxy vor, dass allein die Einführung einer Steuer auf zuckergesüßte Getränke die Gesundheitskosten in Deutschland um 25 bis 180 Millionen Euro senken könnte. Noch deutlicher fallen die Zahlen bei Genussmitteln aus: Eine Erhöhung der Alkoholsteuer könnte rund 190 Millionen Euro einsparen, während eine Anhebung der Tabaksteuer sogar Einsparungen von etwa 600 Millionen Euro mit sich bringen würde. Der wichtigste Nebeneffekt: Zahlreiche nicht-übertragbare Krankheiten, die das Gesundheitssystem massiv belasten, ließen sich dadurch von vornherein vermeiden.
Gesundheit ist eine ressortübergreifende Aufgabe
Dass die Prävention nicht allein auf den Schultern des Gesundheitsministeriums ruhen kann, findet auch in der Politik zunehmend Anklang. Anne Janssen (CDU) und Johannes Wagner (Grüne), beide Mitglieder im Gesundheitsausschuss des Bundestages, betonten die Notwendigkeit, andere Ministerien stärker einzubinden. Insbesondere die Ressorts für Landwirtschaft und Ernährung, Finanzen sowie das Familienministerium seien gefragt, um gesunde Lebenswelten zu gestalten. Gerade bei kontroversen Themen wie einer möglichen Zuckersteuer sei eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Ministerien unerlässlich.
Deutschland hinkt im europäischen Vergleich beim Thema Prävention noch immer stark hinterher. Ein konsequenter Fokus auf präventive Maßnahmen könnte daher nicht nur die Kassen der gesetzlichen Krankenversicherung nachhaltig entlasten, sondern auch die Lebensqualität der gesamten Bevölkerung spürbar verbessern.
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