Gipfeltreffen der Retter: Hilfsorganisationen fordern ein Ende der Projekt-Politik

Dominik Hübenthal
RETTmobil 2026: Hilfsorganisationen fordern Planungssicherheit

Die 24. RETTmobil International hat ihre Tore geöffnet und verzeichnete bereits in den ersten zwei Stunden mit rund 9.000 Gästen einen massiven Besucheransturm. Doch neben den neuesten technischen Innovationen für den Rettungsdienst stand vor allem ein politisches Thema im Fokus: Die großen deutschen Hilfsorganisationen schlagen Alarm und fordern von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen für den Zivil- und Bevölkerungsschutz.

Das historische "Elefantentreffen" der Retter

Am Rande der internationalen Leitmesse für Rettungswesen kam es zu einem bedeutenden Gipfeltreffen. Auf Einladung des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) trafen sich die Spitzenvertreter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der Johanniter-Unfall-Hilfe, des Malteser Hilfsdienstes sowie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Auch hochrangige Vertreter von Feuerwehr, Bundeswehr und verschiedenen Behörden nahmen an diesem sogenannten "Elefantentreffen" teil.

Die zentrale Botschaft der Akteure ist unmissverständlich: Für eine effektive Gefahrenabwehr in Deutschland bedarf es dringend mehr Planungssicherheit. Die derzeitigen Strukturen seien angesichts zunehmender globaler und nationaler Krisen nicht mehr zeitgemäß.

Kritik an kurzfristiger Finanzierung

Der ASB-Bundesarzt und diesjährige Schirmherr der Messe, Matthias Vonnemann, brachte die Frustration vieler Einsatzkräfte auf den Punkt. Er betonte in seiner Ansprache, dass die gemeinsamen Herausforderungen im Zivil- und Bevölkerungsschutz nur durch nachhaltige und strukturelle Lösungen bewältigt werden können.

Die Hilfsorganisationen kritisieren insbesondere die vorherrschende Förderpraxis von staatlicher Seite:

  • Fokus auf Modellregionen: Wichtige Neuerungen werden oft nur in begrenzten Pilotversuchen getestet, anstatt sie flächendeckend zu implementieren.
  • Mangelnde Langfristigkeit: Krisen lassen sich laut den Experten nicht durch befristete Projekte bewältigen.
  • Fehlende Strukturförderung: Der Zivilschutz und das unerlässliche Ehrenamt benötigen eine dauerhafte und verlässliche finanzielle sowie strukturelle Basis.

Ein klares Signal an die Politik

Die bemerkenswerte Geschlossenheit der fünf großen Hilfsorganisationen sendet ein starkes Signal an die Bundespolitik. Um zukünftige Krisen, sei es durch Naturkatastrophen oder andere Notlagen, effektiv meistern zu können, fordern die Retter einen Paradigmenwechsel weg von der reinen Projektfinanzierung hin zu einer krisenfesten Dauerfinanzierung.

Die Leitmesse, die noch bis Freitag läuft, bietet neben diesen wichtigen politischen Diskussionen auch eine Plattform für Fortbildungen und Produktneuheiten. Die Veranstalter rechnen bis zum Ende der Messe mit über 30.000 Gästen aus dem In- und Ausland – ein deutliches Zeichen für die enorme Relevanz des Bevölkerungsschutzes in der heutigen Zeit.

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