Grippesaison steht bevor: Warum der Schutz für Pflegekräfte unverzichtbar ist
Mit dem Beginn der kälteren Jahreszeit steigt alljährlich das Risiko für Atemwegserkrankungen. Die echte Virusgrippe (Influenza) ist dabei keineswegs mit einer einfachen Erkältung zu verwechseln: Sie verläuft oft schlagartig und kann insbesondere für ältere, geschwächte Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen lebensbedrohlich werden. Gesundheitsexperten weisen daher rechtzeitig vor Beginn der Hauptwelle auf die Bedeutung der Schutzimpfung hin.
Große Impflücken trotz bewährter Empfehlungen
Obwohl die Grippeimpfung seit Jahrzehnten etabliert und gut verträglich ist, bleiben die Impfquoten in vielen Bereichen hinter den Zielen zurück. Medizinische Fachgesellschaften und das Robert Koch-Institut warnen regelmäßig davor, die Infektionsgefahr zu unterschätzen. Selbst in sogenannten milden Grippejahren führt das Virus bundesweit zu zahlreichen Hospitalisierungen und Arbeitsausfällen.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die jährliche Grippeschutzimpfung daher insbesondere Personen ab 60 Jahren, Schwangeren ab dem zweiten Trimester sowie chronisch kranken Menschen jeden Alters. Der beste Zeitraum für den Piks liegt traditionell zwischen Oktober und Mitte Dezember, da das Immunsystem etwa zwei Wochen benötigt, um den vollständigen Schutz aufzubauen.
Besondere Verantwortung in Pflege und Medizin
Eine Schlüsselrolle bei der Eindämmung von Ausbrüchen kommt dem Personal im Gesundheits- und Pflegebereich zu. Pflegekräfte in ambulanten Diensten, Pflegeheimen und Kliniken haben täglich engen Kontakt zu vulnerablen Personen, deren Immunsystem oft nicht mehr optimal auf eigene Impfungen anspricht.
Für Mitarbeitende im Gesundheitswesen erfüllt die Impfung daher einen doppelten Zweck:
- Eigenschutz: Pflegekräfte minimieren das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs und plötzlicher Arbeitsunfähigkeit in ohnehin personell angespannten Teams.
- Fremdschutz: Die Übertragung auf pflegebedürftige Seniorinnen und Senioren sowie immungeschwächte Patienten wird wirksam reduziert.
Weitere Berufsgruppen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko
Neben dem Pflege- und Klinikpersonal sollten auch Beschäftigte mit hohem Publikumsverkehr über einen Impfschutz nachdenken. Dazu gehören etwa Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher im Kita-Bereich sowie Angestellte im Einzelhandel oder öffentlichen Nahverkehr. In vielen Betrieben übernehmen Betriebsärzte die Impfungen unkompliziert vor Ort am Arbeitsplatz, wodurch der organisatorische Aufwand für Beschäftigte minimal bleibt.
Kombination mit der Corona-Auffrischung möglich
Für viele Risikogruppen und medizinisches Personal stellt sich im Herbst auch die Frage nach einer Auffrischung des Schutzes gegen COVID-19. Nach aktuellen medizinischen Richtlinien können die Impfungen gegen Influenza und Corona problemlos zeitgleich verabreicht werden – in der Regel jeweils in einen anderen Oberarm. Wer unsicher ist, sollte frühzeitig das Gespräch mit dem Hausarzt oder dem zuständigen Betriebsarzt suchen.
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