Herz in Gefahr: Wie Konservierungsstoffe im Essen den Blutdruck in die Höhe treiben

Djamal Sadaghiani
Konservierungsstoffe: Studie zeigt hohes Risiko für Herz & Blutdruck

Fertiggerichte und stark verarbeitete Lebensmittel sind im Alltag praktisch, bergen jedoch ungesunde Geheimnisse. Eine groß angelegte französische Studie zeigt nun, dass bestimmte Konservierungsstoffe, die in Tausenden von Produkten stecken, das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant erhöhen könnten.

Verlängerte Haltbarkeit und eine stets ansprechende Optik haben offenbar ihren Preis für unsere Gesundheit. Laut einer aktuellen Publikation im renommierten European Heart Journal gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Konservierungsmitteln und kardiovaskulären Risiken. Die Ergebnisse der sogenannten NutriNet-Santé-Studie, an der über 112.000 Menschen teilnahmen, lassen Mediziner und Ernährungsexperten aufhorchen.

Die versteckte Gefahr im Supermarktregal

Fast jeder Mensch nimmt sie täglich auf: Die Forscher stellten fest, dass 99,5 Prozent der Studienteilnehmer regelmäßig mindestens einen industriellen Konservierungsstoff konsumierten. Das Team um Dr. Mathilde Touvier vom französischen nationalen Forschungsinstitut für Gesundheit und Medizin (INSERM) analysierte die Ernährungsgewohnheiten der Probanden über mehrere Jahre hinweg akribisch.

Das beunruhigende Ergebnis: Personen, die besonders große Mengen bestimmter Konservierungsstoffe zu sich nahmen, hatten ein um bis zu 29 Prozent höheres Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken. Auch das allgemeine Risiko für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall stieg in dieser Gruppe um 16 Prozent an.

Welche Zusatzstoffe besonders kritisch sind

Konservierungsstoffe verbergen sich auf der Zutatenliste oft hinter den bekannten E-Nummern. Die Auswertung der Daten ergab, dass vor allem sogenannte nicht-antioxidative Konservierungsmittel stark mit Bluthochdruck in Verbindung stehen. Zu den in der Studie besonders auffälligen Stoffen zählen unter anderem:

  • Natriumnitrit (E250): Ein Stoff, der sehr häufig in Wurst- und Fleischwaren (Pökelsalz) zu finden ist.
  • Kaliumsorbat (E202): Wird oft in industriellen Backwaren, Soßen und Margarine eingesetzt.
  • Zitronensäure (E330) und Ascorbinsäure (E300): Selbst diese oft als harmlos geltenden Stoffe zeigten in der massenhaften industriellen Verarbeitung als Zusatzstoff eine messbare Verbindung zu erhöhten Gesundheitsrisiken.

Wissenschaftler vermuten, dass diese künstlich zugesetzten Stoffe oxidativen Stress und Entzündungen im Körper fördern könnten, was langfristig die Blutgefäße schädigt und das Herz belastet.

Was das für den Alltag und die Pflege bedeutet

Insbesondere für ältere Menschen und Patienten, die ohnehin ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen, sind diese Erkenntnisse hochrelevant. Auch wenn es sich bei der Untersuchung um eine Beobachtungsstudie handelt – was bedeutet, dass ein direkter, isolierter ursächlicher Beweis noch aussteht –, stufen Experten das Signal als eindeutig ein. Die Studienautoren empfehlen daher dringend, den Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln im Alltag zu reduzieren.

Für den Speiseplan zu Hause oder in der Pflegeeinrichtung bedeutet das: Frische, unverarbeitete oder nur minimal verarbeitete Lebensmittel sollten stets die erste Wahl sein. Wer selbst mit frischen Zutaten kocht und auf stark verarbeitete Tüten- und Fertigprodukte verzichtet, schützt nicht nur sein Herz, sondern leistet einen essenziellen Beitrag zur langfristigen Gesundheit und Vitalität.

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