Hitze-Alarm in der Notaufnahme: RKI startet neues Frühwarnsystem für Kliniken
Die extremen Temperaturen der letzten Jahre machen deutlich: Hitze ist längst nicht mehr nur ein Wetterphänomen, sondern eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit. Um die Auswirkungen von Hitzewellen auf die Bevölkerung besser einschätzen und schneller reagieren zu können, hat das Robert Koch-Institut (RKI) nun ein entscheidendes Instrument eingeführt: einen neuen Hitzeindikator für Notaufnahmen.
Ein Frühwarnsystem für den Sommer
Bislang lag der Fokus der Notaufnahme-Überwachung des RKI vor allem auf Infektionskrankheiten wie Grippe, Corona oder Magen-Darm-Erkrankungen. Mit dem neuen Hitzeindikator wird das System nun um einen essenziellen Bereich erweitert. Ab sofort lassen sich hitzeassoziierte Vorstellungen in den Notaufnahmen – etwa wegen Hitzschlag, Sonnenstich, starkem Flüssigkeitsmangel oder massiven Kreislaufproblemen – nahezu in Echtzeit nachverfolgen.
Laut Angaben der Universitätsmedizin Magdeburg können die gewonnenen Daten maßgeblich dazu beitragen, gesundheitliche Risiken präziser zu bewerten und Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung gezielter zu steuern.
Die Technik hinter dem Hitzeindikator
Die technologische Basis für diese Neuerung liefert die sogenannte AKTIN-Plattform (Plattform für Akut-, Intensiv- und Notfallmedizin). Dieses System, das an den Universitäten Magdeburg und Aachen entwickelt wurde und Teil des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM) ist, übermittelt täglich anonymisierte Routinedaten aus freiwillig teilnehmenden Notaufnahmen an das RKI.
Entwickelt wurde der Hitzeindikator im Rahmen des Forschungsprojekts „KlimaNot“. Damit rücken erstmals nicht-übertragbare, klimasensible Gesundheitsphänomene in den Fokus der systematischen Überwachung.
Warum diese Daten so wichtig sind
Extreme Hitze belastet das Herz-Kreislauf-System enorm und kann bestehende Vorerkrankungen drastisch verschlimmern. Besonders für ältere Menschen, chronisch Kranke und Pflegebedürftige besteht oft akute Lebensgefahr. Die Vorteile der neuen systematischen Erfassung liegen auf der Hand:
- Frühzeitige Erkennung: Regionale Häufungen von hitzebedingten Notfällen werden sofort sichtbar.
- Ressourcenplanung: Krankenhäuser und Rettungsdienste können sich bei Hitzewellen besser auf einen Ansturm vorbereiten.
- Gezielte Prävention: Gesundheitsbehörden erhalten eine fundierte Datenbasis, um rasch Hitzeschutzpläne und Warnungen auszurufen.
Mit der Einführung dieses Hitzeindikators geht Deutschland einen wichtigen Schritt in Richtung einer klimaresilienten Gesundheitsversorgung. Es zeigt sich einmal mehr, dass der Klimawandel direkte Antworten aus dem Gesundheitssystem erfordert, um besonders vulnerable Gruppen künftig noch besser zu schützen.
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