Hoffnung bei Long COVID: Antidepressivum lindert chronische Erschöpfung

Dominik Hübenthal
Antidepressivum Fluvoxamin lindert Long-COVID-Fatigue | Studie

Für Millionen von Menschen weltweit ist die Corona-Pandemie noch längst nicht vorbei. Sie leiden unter den Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion, dem sogenannten Long COVID. Eines der belastendsten und am häufigsten auftretenden Symptome ist die Fatigue – eine lähmende, chronische Erschöpfung, die den Alltag der Betroffenen massiv einschränkt. Bislang gab es keine zugelassenen Medikamente, die diese postakuten Folgeerscheinungen gezielt abschwächen konnten. Doch nun liefert die medizinische Forschung einen vielversprechenden Ansatz.

Neue Studie testet bekannte Wirkstoffe

Wie eine aktuelle, randomisiert kontrollierte Studie zeigt, könnte ein bereits etabliertes Medikament aus der Psychiatrie Linderung verschaffen. Die im renommierten Fachblatt Annals of Internal Medicine veröffentlichten Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Antidepressivum Fluvoxamin die Symptome der Fatigue bei Long-COVID-Patienten messbar abschwächen kann.

Fluvoxamin zeigt Wirkung, Metformin fällt durch

In der wissenschaftlichen Untersuchung wurden verschiedene bestehende Medikamente auf ihre Wirksamkeit gegen Long-COVID-Symptome getestet. Die Resultate fielen dabei sehr unterschiedlich aus:

  • Fluvoxamin (Antidepressivum): Der Wirkstoff aus der Gruppe der Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) zeigte einen positiven Effekt und konnte die chronische Erschöpfung der Probanden spürbar lindern.
  • Metformin (Antidiabetikum): Dieses häufig zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzte Medikament zeigte in der Studie hingegen keinerlei Wirkung auf die Fatigue-Symptomatik.

Warum hilft ein Antidepressivum bei körperlicher Erschöpfung?

Dass ausgerechnet ein Medikament gegen Depressionen bei einer körperlichen Erschöpfungssymptomatik hilft, mag auf den ersten Blick überraschen. Experten weisen jedoch darauf hin, dass die Wirkung von Fluvoxamin bei Long COVID wahrscheinlich weniger auf der klassischen Stimmungsaufhellung beruht. Vielmehr ist bekannt, dass bestimmte Antidepressiva auch starke entzündungshemmende Eigenschaften besitzen und regulierend in das Immunsystem eingreifen können. Da bei Long COVID neuroinflammatorische Prozesse – also Entzündungen im Nervensystem – als eine der Hauptursachen für die Fatigue diskutiert werden, könnte Fluvoxamin genau an diesem Punkt ansetzen und die Entzündungsreaktionen dämpfen.

Ein Lichtblick für Betroffene

Auch wenn Fluvoxamin noch nicht als Standardtherapie für Long COVID zugelassen ist, markiert die Studie einen wichtigen Meilenstein. Sie beweist, dass die chronische Erschöpfung nach einer Corona-Infektion medikamentös behandelbar sein könnte. Für die vielen Patienten, die seit Monaten oder gar Jahren auf eine wirksame Therapie hoffen, ist dies eine Nachricht, die Mut macht. Weitere groß angelegte Untersuchungen werden nun notwendig sein, um die genaue Dosierung und langfristige Wirksamkeit des Antidepressivums bei Long COVID zu bestätigen und es schlussendlich für die breite Masse der Patienten zugänglich zu machen.

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