Hoffnung bei Makuladegeneration: Diabetes-Medikament Metformin schützt das Augenlicht

Benedikt Hübenthal
Metformin gegen AMD: Diabetes-Mittel schützt vor Makuladegeneration

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist in westlichen Ländern eine der häufigsten Ursachen für schweren Sehverlust und Erblindung bei älteren Menschen. Besonders für die frühen und mittleren Stadien der Augenerkrankung gibt es bislang kaum wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Doch nun gibt es einen neuen Hoffnungsschimmer aus der Wissenschaft: Ein altbekanntes und weltweit eingesetztes Diabetes-Medikament könnte das Fortschreiten der Krankheit signifikant ausbremsen.

Studie aus Großbritannien liefert vielversprechende Ergebnisse

Forscher der Universität Liverpool haben in einer groß angelegten Untersuchung herausgefunden, dass der Wirkstoff Metformin – das Standardmedikament bei Typ-2-Diabetes – offenbar eine schützende Wirkung auf die Netzhaut hat. Die Ergebnisse der fünfjährigen Beobachtungsstudie wurden kürzlich im renommierten Fachjournal BMJ Open Ophthalmology veröffentlicht.

Für die Studie werteten die Wissenschaftler die Netzhautaufnahmen von über 2.000 Diabetikern im Alter von über 55 Jahren aus. Diese nahmen an einem routinemäßigen Augen-Screening-Programm teil. Das Forscherteam verglich dabei die Augengesundheit von Patienten, die Metformin einnahmen, mit jenen, die das Medikament nicht erhielten.

37 Prozent geringeres Risiko für AMD

Die Resultate sind überaus ermutigend: Bei den Patienten, die regelmäßig Metformin einnahmen, war die Wahrscheinlichkeit, an der mittleren (intermediären) Form der Makuladegeneration zu erkranken, um 37 Prozent geringer als in der Vergleichsgruppe. Selbst nachdem die Forscher andere Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht und die Dauer der Diabetes-Erkrankung berücksichtigten, blieb dieser deutliche Schutz-Effekt bestehen.

Wie schützt Metformin das Auge?

Metformin wird in erster Linie eingesetzt, um die Zuckerproduktion in der Leber zu drosseln und den Blutzuckerspiegel bei Typ-2-Diabetikern zu regulieren. Doch der Wirkstoff hat noch weitere, bemerkenswerte Eigenschaften, die ihn für die Altersmedizin so interessant machen:

  • Anti-Aging-Effekte: Metformin stimuliert zelluläre Reparaturprozesse und die Energieproduktion in den Zellen.
  • Antioxidative Wirkung: Es schützt die Zellen vor oxidativem Stress, der maßgeblich an der Entstehung von AMD beteiligt ist.
  • Entzündungshemmung: Der Wirkstoff reduziert Entzündungsprozesse im Körper, die den Verfall der Netzhaut beschleunigen können.

Ein günstiger Hoffnungsträger für die Zukunft

Laut den leitenden Forschern der Universität Liverpool sei dies ein großer Durchbruch auf der Suche nach neuen Behandlungsansätzen. Da die meisten Menschen, die an AMD leiden, derzeit keine Therapieoptionen für die frühen Stadien haben, könnte Metformin künftig das Augenlicht vieler Senioren retten.

Ein weiterer großer Vorteil: Metformin ist ein seit Jahrzehnten erprobtes, sicheres und vor allem kostengünstiges Medikament. Bevor es jedoch standardmäßig zur Vorbeugung oder Behandlung von AMD verschrieben werden kann, müssen die Ergebnisse in sogenannten prospektiven klinischen Studien weiter untermauert werden. Bis dahin raten Experten davon ab, das Medikament ohne ärztliche Rücksprache zur reinen AMD-Prophylaxe einzunehmen.

Für Betroffene und Angehörige in der Pflege ist diese Entwicklung dennoch ein starkes Signal: Die medizinische Forschung macht große Fortschritte, um die Lebensqualität im Alter zu erhalten und gefürchteten Erkrankungen wie dem Sehverlust den Schrecken zu nehmen.

Brauchen Sie Unterstützung bei der Pflege?

PflegeHelfer24 ist Ihr verlässlicher Partner. Entdecken Sie unsere Ratgeber oder lassen Sie sich kostenlos zu Pflegehilfsmitteln, Treppenliften und Zuschüssen beraten.