Immer mehr Unversicherte: Malteser schlagen Alarm bei medizinischer Versorgung

Benedikt Hübenthal
Malteser behandeln 10 % mehr Patienten ohne Krankenversicherung

Die medizinische Versorgung in Deutschland gilt als eine der besten der Welt – doch nicht jeder hat Zugang dazu. Immer mehr Menschen fallen durch das Raster und haben keinen gøltigen Krankenversicherungsschutz. Die Hilfsorganisation Malteser warnt nun vor einer besorgniserregenden Entwicklung: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der akut behandelten Patienten ohne Versicherungsschutz bundesweit um fast zehn Prozent gestiegen.

Fast 18.000 Menschen suchen Hilfe

In den 21 speziellen Ambulanzen der Malteser wurden zuletzt rund 17.900 Menschen medizinisch versorgt. Für viele von ihnen ist dies die einzige Möglichkeit, bei Krankheit oder Verletzung ärztliche Hilfe zu erhalten. Die Behandlungen erfolgen oft anonym und stellen keine Fragen nach dem Aufenthaltsstatus oder der finanziellen Situation.

Besonders alarmierend ist die Zusammensetzung der Patientengruppe. Laut Angaben der Organisation befanden sich unter den Hilfesuchenden:

  • Mehr als 1.000 schwangere Frauen
  • Über 1.200 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
  • Knapp 1.000 Patienten im Alter von über 60 Jahren

Der Großteil der näher erfassten Behandelten befand sich in der Altersgruppe zwischen 18 und 60 Jahren. Dabei war der Anteil der Frauen mit 53 Prozent leicht höher als der der Männer.

Woher kommen die Patienten?

Entgegen vieler Annahmen handelt es sich bei den Patienten nicht ausschließlich um Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus. Rund 47,5 Prozent der Behandelten hielten sich völlig legal in Deutschland auf. Knapp ein Drittel (32,5 Prozent) hatte keinen gesicherten Aufenthaltsstatus, während bei den übrigen 20 Prozent keine Angaben vorlagen.

Auch die Herkunft der Patienten ist vielfältig. Die größte Gruppe stammte aus dem EU-Ausland, gefolgt von Menschen aus Asien und dem restlichen Europa. Bemerkenswert ist zudem, dass auch fast 900 Patienten die deutsche Staatsbürgerschaft besaßen, aber dennoch über keinen Versicherungsschutz verfügten.

Das Recht auf Gesundheit

Das Projekt "Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung" wird maßgeblich von fast 400 Ehrenamtlichen aus den Bereichen Medizin und Pflege getragen. Die Malteser betonen in diesem Zusammenhang, dass der Schutz des Lebens das oberste Gebot sei. Jeder Mensch, unabhängig von seiner Herkunft, seinem Aufenthaltsstatus oder seinen finanziellen Mitteln, habe das grundlegende Recht auf eine angemessene Gesundheitsversorgung.

Auch andere Hilfsorganisationen wie "Ärzte der Welt" hatten bereits in der Vergangenheit auf die prekäre Situation hingewiesen. Oft sind es armutsgefährdete Menschen, Obdachlose oder Personen ohne festen Wohnsitz, die keinen Zugang zum regulären Gesundheitssystem finden.

Die steigenden Behandlungszahlen verdeutlichen, dass trotz eines gut ausgebauten Gesundheitssystems in Deutschland weiterhin strukturelle Lücken bestehen. Diese müssen dringend geschlossen werden, um die medizinische Grundversorgung tatsächlich für alle Menschen sicherzustellen.

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