Kahlschlag bei Biontech: Impfstoffhersteller schließt Standorte und streicht bis zu 1.860 Stellen
Der einstige Vorreiter der Corona-Pandemie, Biontech, steht vor einem drastischen Umbau. Aufgrund von Überkapazitäten, zu geringer Auslastung und drastisch gesunkenen Einnahmen aus dem Impfstoffgeschäft plant das Mainzer Biopharma-Unternehmen die Schließung mehrerer Produktionsstandorte. Von den weitreichenden Maßnahmen könnten bis zu 1.860 Arbeitsplätze betroffen sein.
Rote Zahlen zwingen zum Handeln
Nach den enormen Gewinnen während der Pandemiejahre verzeichnete Biontech zuletzt erhebliche Verluste. Medienberichten zufolge belief sich der Nettoverlust allein im ersten Quartal 2026 auf rund 532 Millionen Euro. Die Erlöse aus den Covid-19-Impfstoffen sind stark rückläufig, während die Kosten für Forschung und Entwicklung weiter ansteigen. Um dem entgegenzuwirken, hat das Management nun harte Kosteneinsparungen beschlossen.
Diese Standorte sind betroffen:
- Idar-Oberstein
- Marburg
- Tübingen (ehemalige Standorte des übernommenen Konkurrenten Curevac)
- Singapur
Die Schließungen der deutschen Werke sollen schrittweise bis Ende 2027 umgesetzt werden. Der Betrieb in Singapur wird voraussichtlich bereits im ersten Quartal 2027 eingestellt. Für alle betroffenen Standorte prüft das Unternehmen derzeit Verkaufsoptionen, um möglicherweise durch Investoren einen kompletten Stillstand abzuwenden.
Strategischer Fokus auf die Krebsforschung
Mit dem massiven Stellenabbau und den Werkschließungen strebt Biontech ab dem Jahr 2029 jährliche Einsparungen von bis zu 500 Millionen Euro an. Diese frei werdenden Mittel sollen laut Unternehmensangaben gezielt in die Onkologie fließen. Die Entwicklung und Markteinführung von innovativen Medikamenten gegen Krebs auf mRNA-Basis bildet künftig das strategische Herzstück des Konzerns.
Besonders bitter ist der Einschnitt für die Beschäftigten des Tübinger Unternehmens Curevac, das Biontech erst kürzlich vollständig übernommen hatte. Betriebsräte und Gewerkschaften zeigten sich entsetzt über die Pläne und kündigten entschiedenen Widerstand an. Sie kritisieren die Entscheidungen als kurzfristiges finanzielles Kalkül, das dem Pharma- und Biotech-Standort Deutschland nachhaltig schaden könnte.
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